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Vom grandiosen(!) Album "Sister Cities" (Hopeless Records) stammt "Raining In Kyoto", den The Wonder Years nun als Musikvideo veröffentlicht haben. Regisseur Josh Coll hat dafür Menschen auf den Straßen von Philadelphia (der Heimatstadt der Band) sowie an diversen Orten in Japan gefilmt. Von Fidget Spinner bis Streetfood und Live-Musik bis zu Werkstattarbeiten erhält man einen persönlichen Einblick in das Leben der Menschen.

The Wonder years Sister Cities

Artist: The Wonder Years
Album: Sister Cities
Erscheinungstermin: 06. April 2018
Label: Hopeless Records
Gesamtlänge: 43:36 Min.
Link zur Band: http://thewonderyearsband.com/

Tracklist:

1. Raining In Kyoto
2. Pyramids of Salt
3. It Must Get Lonely
4. Sister Cities
5. Flowers Where Your Face Should Be
6. Heaven's Gate (Sad & Sober)
7. We Look Like Lightning
8. The Ghosts Of Right Now
9. When The Blue Finally Came
10. The Orange Grove
11. The Ocean Grew Hands To Hold Me

Drei Jahre nach "No Closer To Heaven" sind The Wonder Years mit "Sister Cities" zurück. Und für den Schaffensprozess hat die Band einen strukturierten aber ungewöhnlichen Ansatz ausgewählt.

"It started with journals and photos. We started by documenting. We didn't know where it would go or if it would go anywhere at all but we wrote it all down. We took photos of everything. And then when it came to put it altogether, we had this catalog of how we felt and what it looked like and sounded like and we built from there. Figuring out what the moments were that stayed with me the most. When did I feel most connected to the people around me and why? What did being in this place during this moment teach me? It was a difficult year personally and globally and we experienced that through this lens of being everywhere but home, kind of floating through places and seeing how being there altered our perspective." - Dan Campbell (Vocals)

Irgendwie im Pop-Punk-Genre beheimatet, aber doch irgendwie anders als andere sind The Wonder Years ein kleiner Lichtblick im Drei-Akkorde-Universum aus Converse All Stars, Bonanza-Fahrrad und Miniramp im heimischen Garten.

Mit "Raining In Kyoto" starten The Wonder Years mit uns also ihre Reise - und ohne zuviel zu verraten - es wird eine weite. Was so verhalten beginnt bricht kurz später in einen emotionalen Refrain, dessen Intensität nur noch vom Zwischenteil übertroffen wird. Sänger Dan Campbell spielt seine Range hier komplett aus, von verhaltenen Passagen mit leichtem Gekiekse bis zu kratzigen Ausbrüchen.
Mit "Pyramids Of Salt" bringt die Band ungewöhnlich früh eine eher balladenhafte Nummer. Was für eine Strophe. Der gefühlvolle Text wird perfekt durch die zerbrechliche Stimme von Campbell interpretiert, die nicht selten kurz davor ist, zu kippen. Und dann ist da diese Akkordvariation bei Minute 2. Wer da keine Gäsenhaut bekommt ist ein Salzkorn.

"I Must Get Lonely" greift einen ähnlichen Charakter auf, orientiert sich aber eher am frühen 90er Jahre Alternative Rock der Marke Buffalo Tom - plus dynamischem Outro. Der Titeltrack "Sister Cities" ist unbestreitbar der Hit der Platte, schlägt er doch eine ähnliche Kerbe wie einst "Cardinals". Tanzbar, Mitsing-Charakter, treibend, Offbeat Disco-HiHat, Punkrock Gitarrenthema. Ein hervorrangend eingearbeiteter Zwischenteil lockert das Konstrukt und schafft Raum für den "Bäm!"-Moment.

Wem hiernach Füße und Stimmbänder schmerzen, der findet in "Flowers Where Your Face Should Be" Erholung. Die lupenreine Ballade mit Streichervariationen und beinahe Schlaflied-Qualitäten trägt den Hörer durch ein glockenklanggleiches Himmelreich, wäre da nicht der knarrzende Bass, die hektische Hihat und Campbells Stimme, die sich trotz aller Zurückhaltung auch einfach mal Luft verschaffen muss. Aufgewacht. Mit "Heaven's Gate (Sad & Sober)" ist Schluss mit harmonischem Friede, Freude, Eierkuchen-Einerlei. Der Song ist auch einer der eher schwerer zugänglicheren der Platte. Nicht, weil ihm Melodie oder Hooks fehlen, jedoch verlangt er nach deutlich mehr Aufmerksamkeit beim Hörer. Der anschließende "We Look Like Lightning" greift wieder das melancholische Konzept auf. Ein wunderbarer Refrain, der in der Folge auch noch an Dynamik und Ausdruck gewinnt, klagend und nachdrücklich.

"The Ghosts Of Right Now" verzichtet auf eine freundliche Einleitung und kommt umgehend auf den Punkt. Und da bleibt der Song auch. Druckvolle Komposition ohne echte Erholungsmomente. "When The Blue Finally Came" öffnet erneut das Kapitel der Melancholie. Reduzierte Instrumentierung, Sänger Campbell steht bildlich gesprochen in der Mitte der Bühne, umringt von Dunkelheit und nur angestrahlt von einem blauweißen Spot, über 02:11 Minuten seine Geschichte erzählend. Schön. Einfach. Und einfach schön. "The Orange Grove" wendet das Blatt und bringt mit seinem Halftime-Refrain den Kopfnicker-Moment. Kurz vor Schluss setzt die Band wie zu Beginn der Platte auf eine gesunde Mischung aus Zurückhaltung und Deutlichkeit.

Am Ende des Werks angekommen beschließen The Wonder Years mit "The Ocean Grew Hands To Hold Me" über 06:15 Minuten - dem längsten Song der Scheibe - ihre Reise durch die vielfältigen Ebenen der Gefühlswelten. Eingangs schwermütig und träge, flächig getragen durch diverse Instrumententypen eines Streicher-Orchesters bricht der Song wie eine Welle aus Crunch-Gitarren zum Ende hin über den Hörer zusammen, befreiend, Unschuld wiederbringend - und verstummt wie eine durch eine plötzliche Böe erlischende Kerze in tiefschwarzer Nacht.

Fazit:

Mit "Sister Cities" haben The Wonder Years ein hervorrangendes und vielfältiges Album vorgelegt. Gespickt mit Dynamik, Melancholie, Energie und Spielfreude kommt hier so schnell keine Langeweile auf. Ich möchte nicht sagen, die Band sei erwachsen geworden, da dies' i.d.R. einhergeht mit fadem Songwriting, langweiligen und uninspirierten Kompositionen. Mit der aktuellen Platte aber entfernt sich die Band deutlich vom Pop-Punk und setzt auf Facettenreichtum, was sich rhythmisch ebenso wie gesanglich widerspiegelt.

Ein wenig gewöhnunsbedürftig ist, daß sie meist eine krachendere Nummer bringen, die Härchen im Ohr gerade hellhörig werden und im nächsten Song bereits wieder müde den Kopf neigen (dürfen). Wenn eine Hälfte der Platte aus eher ruhigeren Songs besteht, die andere straighter nach vorne flüchtet, ist es vermeintlich schwerm eine sinnvolle Balance zu finden - zugegeben.

Alles in allem ist "Sister Cities" ein sehr gutes Album, das dem Genre, seien es Pop-Punk, Emo, College-Rock oder Post-HC, frischen Wind ins müde Gesicht bläst.

Anspieltipps:

Pyramids Of Salt, Sister Cities, The Ocean Grew Hands To Hold Me

Nach der letzten Single "Pyramids Of Salt" gibt es seit heute das komplette Album "Sister Cities" (Hopeless Records) von The Wonder Years. Feinster Alternative Rock mit Emo-Einschlag, Ausflügen in Punkrock-Sphären und massig Herzblut auf 11 Songs.

Live kann man die Band aktuell leider nur in GB sehen. Bleibt zu hoffen, daß sie sich auch bald wieder auf den europäischen Kontinent verirren und die Scheibe live präsentieren. Denn danach schreit "Sister Cities" - und zwar laut!

Google Play Music:

https://play.google.com/music/m/Bbrz7vur2z6dehngrnk2hzmpktm?t=Sister_Cities_-_The_Wonder_Years

Nach "Sister Cities" haben The Wonder Years nun mit "Pyramids Of Salt" die nächste Nummer des kommenden Albums nachgelegt. Deutlich ruhiger kommt der Nachfolger daher, jedoch keineswegs weniger emotional.

‘Pyramids of Salt’ is a song about knowing there's nothing you can do. It centers around the universal feeling of being powerless, of knowing that no matter how much you love someone, that a day is going to come where you can't heal them, where you can't keep them safe.” - Dan Campbell (Vocals)

Am 06. April erscheint dann "Sister Cities" via Hopeless RecordsHier könnt ihr die Platte (auch in Coloured Vinyl) vorbestellen.

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Nach ihrer 2017er EP "Burst And Decay" haben The Wonder Years nun ihre nächste LP angekündigt. "Sister Cities" wird es heißen und am 06. April via Hopeless Records erscheinen. Produziert haben das Werk Joe Chiccarelli (Manchester Orchestra, The Shins) und Carlos de la Garza (Jimmy Eat World, Paramore).

Als erste Auskopplung hat die Band direkt den Titeltrack gewählt. Die Nummer pendelt zwischen Emo-esquen Passagen mit rauher Stimme, Punkrock-Anleihen und Off-Beat-Sequenzen. Spannende Sache.

"It started with journals and photos. We started by documenting. We didn't know where it would go or if it would go anywhere at all but we wrote it all down. We took photos of everything. And then when it came to put it altogether, we had this catalog of how we felt and what it looked like and sounded like and we built from there. Figuring out what the moments were that stayed with me the most. When did I feel most connected to the people around me and why? What did being in this place during this moment teach me? It was a difficult year personally and globally and we experienced that through this lens of being everywhere but home, kind of floating through places and seeing how being there altered our perspective." Dan Campbell (Vocals)

Die Tracklist:

1. Raining In Kyoto
2. Pyramids of Salt
3. It Must Get Lonely
4. Sister Cities
5. Flowers Where Your Face Should Be
6. Heaven's Gate (Sad & Sober)
7. We Look Like Lightning
8. The Ghosts Of Right Now
9. When The Blue Finally Came
10. The Orange Grove
11. The Ocean Grew Hands To Hold Me

Vorbestellen kann man die Platte auch in schickem Coloured Vinyl hier.

Am 22. September werden The Wonder Years eine 7-Track Akustik-EP via Hopeless Records/Loneliest Place On Earth (gegründet durch die Band selbst) veröffentlichen, die auf den Titel "Burst & Decay" hört und Neuinterpretationen früherer Songs der Band enthält. Daß das gut funktionieren kann, haben u. a. Hands Like Houses mit ihrer "Reimagine"-EP gezeigt. Als erste Single gibt es nun "There, There".

Limitiertes 12”-Vinyl gibt es bei LONELIEST PLACE ON EARTH.

Die Tracklist:

1. A Song For Ernest Hemingway
2. There, There
3. Coffee Eyes
4. Cardinals
5. Don't Let Me Cave In
6. Dismantling Summer
7. You In January