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Vergangenen Montag (08.10.2018) beehrte die japanischen Electro-Core-Walze Crossfaith die Domstadt, im Gepäck Blood Youth und Normandie. Während der rastlose Headliner, der 2018 bereits die "Wipeout"-EP sowie 2017 die "Freedom"-EP (mit einem Feature von Rou von Enter Shikari) veröffentlichte und ganz frisch sein neues Album "Ex-Machina" dabei hatte, mussten sich die Fans von Normandie noch gedulden, da deren neues Album "White Flag" erst am 26. Oktober erscheint - und auch Blood Youth bisher nur die neue Single "Starve" präsentieren können.

Noch wenige Tickets an der Abendkasse standen vor 19:00 Uhr schon etliche Gäste in einer 20m langen Schlange vor dem Einlasspunkt. Seit dem großen Ehrenfelder Clubsterben ist das Gebäude 9 auf der Schäl Sick die Anlaufstelle für Konzerte aller "Core-leur" (Verzeihung) geworden.

Den Anfang machten Normandie und Sänger Philip Strand begrüßte das Publikum mit der Flasche Whiskey in der Hand. Ok, auf geht's. Musikalisch erinnerten mich viele Teile des Sets an Hands Like Houses, ohne daß die Schweden wie eine kopie klängen. Philip scheute die Nähe zum Publikum nicht, lächelte aus nächster Nähe in die Linsen der Smartphones, auf denen einige Gäste Momente der Show auf Video aufnahmen (und trotzdem Spaß dabei hatten) und wanderte von rechts nach links und zurück. Sehr sympathisch, fannah und beherzt - top Start des Abends.

Weiter ging's mit Blood Youth, die ich zuletzt als Support von Prophets Of Rage erleben durfte. In der Mitsubishi Electric Halle noch etwas verloren wirkend hatte die zum Quartett  herangewachsende Band mit Matt Hollinson aka Big Les am Bass an ihrer Performance gearbeitet und Sänger Kaya nutzte den Raum auf der Bühne. Mitten im Set kurz Aufruhr - nach wenigen Sekunden brach die Band einen Song ab. Ein Gast schien zu Boden gegangen zu sein und der Sänger sorgte sich um dessen Wohl. Nach einigen Rückfragen Entwarnung. Und die Bitte "We want you to run into each other - likes friends.". Deutlich härter als Normandie ebneten Blood Youth dem Headliner den Weg, auch mit Songs, die via "This is for the Hardcore-Kids" angekündigt wurden. Kaya sprang zum Abschluss noch ins Publikum und ließ sich auf Händen zurück auf die Bühne schieben. Man darf gespannt auf's neue Album sein.

Gegen 21:45 Uhr wüteten dann Crossfaith zum Einmarsch-Technobeat gen Bühnenposition. Das Quintett war zur Tour um einen weiteren Gitarristen verstärkt worden und es wurde eng auf der kleinen Fläche, nicht allein wegen der Synthesizer. Dank der Egoriser konnte jedoch jeder mal "frische" Luft schnappen. Und die Menge tobte. Außer To The Rats And Wolves, Eskimo Callboy oder den frühen His Statue Falls fallen mir spontan wenig vergleichbare musikalische Acts ein, die Elektrobeats mit Metalcore so verbinden, wie es die Japaner tun. Die Halle wandelte sich zu einer großen Party und die Anwesenden taten es der Band gleich - ausrasten. Und das an einem Montag.

Alle Photos findet ihr hier bei Facebook.

➡ Crossfaith ➡ Blood Youth ➡ NORMANDIE @ Gebäude 9, 08.10.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this page/credit...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Freitag, 12. Oktober 2018

Passend zum Release ihres aktuellen Albums "Proper Dose" sind The Story So Far aktuell auf Promo-Tour und haben hierzu die mächtigen Citizen sowie All Get Out im Gepäck, die am 02. November diesen Jahres ebenfalls ihr neues Album "No Bouquet" (Equal Vision) veröffentlichen.

Los ging's mit dem deutschen Ableger der Tour am Dienstag in Köln im ausverkauften Gebäude 9, einem der wenigen verbliebenen mittelgroßen Venues der Domstadt, die Clubatmosphäre versprechen. Zeitig starteten All Get Out, die laut Facebook-Bio nur aus Nathan Hussey (Gesang und Gitarre) sowie Kyle Samuel (Gitarre) bestehen. Auf einen Bassisten sowie einen Drummer verzichtete man aber dennoch nicht. Irgendwo zwischen gemäßigten Thrice und Moose Blood würde ich den Sound des Duos ansiedeln. Kyle Samuel, der auch als Session- und Live-Gitarrist arbeitet und der Country Music-Szene Texas' verbunden ist, hatte sichtlich Spaß daran, live zu spielen und man sah ihm seine Routine (auch aus Shows mit seiner früheren Band The Rocketboys, die bereits für Twenty One Pilots den Opener mimten) deutlich an.

Als nächstes durften Citizen ran. Die Band hat auf der aktuellen Tour ihr 2017er "As You Please" (Run For Cover Records) im Gepäck, eines der für mich besten Alben des Jahres. Und schlagartig wurde es unruhiger im Publikum. Neben Songs des erwähnten Albums fand sich auch die Post-HC Hymne "Sleep" auf der Setlist wieder und die ersten Crowdsurfer riefen zum kollektiven Wettspringen während des mitreißenden Sets. Sänger Mat, dem seine Fitness deutlich anzusehen ist hielt dann und wann auch bereitwillig das Mikro ins Publikum, um dem geneigten Fan seine five seconds of fame zu ermöglichen.

Der Headliner The Story So Far gab anschließend 15 Songs von vier Alben zum Besten und im Publikum gab es kein Halten mehr. Ohne Graben vor der Bühne und Security hatten die Gäste es leicht, die Bühne entweder selbst zu erklimmen oder bodysurfend dort aufzuschlagen. Abgesehen von einem fragwürdigen Sprung mit den Knien voran, einer blutigen Nase durch einen Ellbogen und einem umgefallenen Mikrophon (mehr fiel mir nicht auf) lief der Abend aber überraschend human ab. Sänger Parker Cannon, der gemütlich gekleidet in Oasis-Manier am Mikro verweilte erzählte zwischendurch kleinere Geschichten, auch, daß sie aus ungewöhnlich großen Gläsern Bier getrunken hätten. Tja, und das trotz der niedlichen 0,2l Gläser der Domstadt ;). Für die Show vor der Bühne sorgte das Publikum selbst, indem sich einige der Gäste um einen freie Fläche inmitten des Raums kümmeren, die dann auf eine undefinierbare Zählzeit kollektiv durch den pogenden Mob wieder besetzt wurde.

Alle Photos findet ihr hier bei Facebook:

➡ The Story So Far ➡ Citizen ➡ All Get Out @ Gebäude 9, 25.09.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Donnerstag, 27. September 2018

 

Weitere Photos findet ihr in Kürze auch bei MoreCore.de, photographiert von meiner Kollegin Julia.

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- In Hearts Wake, Gideon, Up North, 02. November 2017, Gebäude 9, Köln -

Vor knapp einer Woche beehrten die Australier In Hearts Wake das Gebäude 9 in Köln und stellten neben bekannten Hits auch Songs ihres aktuellen Albums "ARK" (UNFD) vor. Nachdem das Underground in Ehrenfeld als ursprüngliche Konzertlocation ja leider schließen musste, ging es also am 02. November nach Deutz in die Messe nahe ehemalige Industriehalle. Langsam wird's frisch am Rhein und damit weder das Publikum noch die Band frieren musste, gab es mit Gideon aus den USA und dem lokalen Support Up North, der Silent Screams, die relativ kurzfristig passen mussten ersetzte zwei satte Anheizer. Präsentiert wurde der Abend von All Schools und Impericon, veranstaltet von Kingstar Music.

Up North, die gerade einen Deal mit Redfield Digital ergattern konnten und am 10. November ihr Album "Pointless Perfection" veröffentlichen (begleitet von einer Releaseshow im Sonic Ballroom in Köln), spielten auch ihre erst am Tag drauf erscheinende Single "Reds And Whites". Nachdem ich die Band bereits im Mai 2016 live erleben konnte, war es neben dem Wiedersehen umso beeindruckender zu erleben, wie die Band sich seitdem entwickelt hat.

Gideon zogen im Anschluss mit ihrem metallischen Hardcore alle Register und die ersten Karatekids enterten die Tanzfläche - ohne nennenswerte Verluste oder Verletzungen. Bassist Travis Higginbotham, der das aktuell nur aus drei Personen bestehende Konstrukt live begleitet zog auch dann und wann gerne nach und trat unkontrolliert in die Luft während der Songs. Die Lücke, die Liferuiner seit dem "NOMADS"-Release und ihrer unerklärlichen Stille seitdem hinterlassen haben, konnte das Quartett aus Alabama gut füllen. Und auch die Temperaturen stiegen, so daß sich Shouter Daniel McWhorter zur Mitte des Sets hin seine dicke Tarn-Winterjacke auszog.

Nach den zwei soliden Warmup-Acts betrat dann zum Finale der Headliner In Hearts Wake die Bühne und die Jungs sprühten von Sekunde 1 an nur so vor Sympathie. Ich war extrem positiv überrascht, auch wenn ich sie bereits mit The Amity Affliction vor einigen Jahren im Underground sehen konnte und eher gute Erinnerungen an den Abend hatte. Musikalisch auf den Punkt an den Instrumenten wie auch an beiden Mikros von jeweils Shouter/Bassist Kyle und Shouter Jake, dazu eine unterhaltsame Show mit viel Bewegung, Interaktion mit dem Publikum und einer abschließenden Reise im Gummiboot über die Köpfe der Fans hin zum FOH, um im "Capture The Flag"-Stil mit einer "SS Humanity" beschrifteten Flagge wieder zurück zur Bühne zu "schwimmen". Das Publikum befolgte (frei)willig alle Anweisungen vom Circle Pit bis zur Wall Of Death, sang und schrie die Textzeilen der Truppe aus Byron Bay inbrünstig mit. Ein wahrhaftig gelungener Abend, der überraschend viel Spaß gemacht hat und auch über den Frust der Absage von Silent Screams locker hinwegtrösten konnte.

Alle Photos findet ihr hier bei Facebook:

➡ In Hearts Wake ➡ Gideon ➡ Up North @ Gebäude 9, Köln, 02.11.2017 © 2017 www.quintenquist.com - Please tag this...

Posted by Quinten Quist Konzertphotographie on Mittwoch, 8. November 2017