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Am 09. Juli erlebte das Stone im Ratinger Hof in der Düsseldorfer Altstadt dank Beer & Music die volle Ladung (90er) Crossover, denn nebst den Schweizern Rapmetal-Durchstartern Mindcollision hatten sich Crazy Town und Hed PE angekündigt.

Das Kollektiv aus dem Schweizer Kanton Zug machte den Anfang und erweiterte die klassische Besetzung um einen Live-DJ (DJ Freddy). Sowas sieht man heute eher selten...und es macht Spaß. Denn zwischen den Songs gab's keine öden Pausen, sondern feinen Oldschool-HipHop. Klanglich vermischten die Herrschaften technisch versiert Elemente, die einen an Architects, Thumb, Hacktivist oder Smash Hit Combo erinnerten. Feine Sache und schön, sowas mal wieder zu hören.

Crazy Town um das einzig verbliebene Mitglied Seth Binzer aka Shifty (mit neuer Band aus Italien bzw. italienischen Wurzeln) traten als nächste an und übertrafen dann doch meine Erwartungen. Immer auf den einen Hit "Butterfly" reduziert zu werden ist sicher keine gute Ausgangslage, aber die Truppe gab alles, glänzte mit einer energetischen Bühnenshow, Publikumsinteraktion und auch Hits wie "Toxic" oder "Drowning". Gitarrist Filippo riss im zweiten Drittel des Sets noch der Gurt von der Gitarre und es dauerte eine Weile, bis dieser mit massenweise Gaffa-Tape an der schönen Fender Telecaster befestigt war. Bassist und Backup-Sänger Hasma, der nebst Gesichtstätowierungen auch mit einer gespaltenen Zunge überraschte brillierte im Limbo mit unsichtbarer Stange oder ninjaesquem Einbein-Spiel. Der hyperaktive Gitarrist Stefano hatte sich kürzlich die Haare blau gefärbt und die Band witzelte, daß er nach der Show als verschwitzter Schlumpf den Raum verlassen würde. Einen neuen Song spielte die Band auch noch und dafür, daß Shifty ihn angeblich noch nicht kannte oder konnte, lief die Sache recht rund.

Der Headliner Hed PE trat dann mit etwas Verspätung wegen der Reparaturarbeiten an Filippos Gitarre an. Shouter und Gründer Jared, wie Shifty ebenfalls das einzige verbliebene Mitglied der Band-Ursprungsbesetzung hatte drei weitere Musiker um sich geschart. Drummer Jeremiah Stratton aka Trauma saß in seinem Kiffershirt leider den gesamten Abend quasi im Dunkeln, weshalb es keine Photos von ihm gibt. Der mir unbekannte Gitarrist, der deutlich nach Metalanhänger aussah übernahm auch die Backup-Vocals nebst Bassist Kurt aka Kid Bass, der mit seinem Fünfsaiter einen satten Klangteppich knüpfte.

Die Songs wurden teilweise neu interpetiert und - festhalten - mit einer Melodica entweder eingeleitet, begleitet oder ausgeleitet - oder alles zusammen. Für die, denen das nichts sagt: Eine Melodica ist ein Tasteninstrument, das mittels Atemluft über einen Schlauch zum Klingen gebracht wird. So konnte die Band bekannte Samples einfach "transponieren", was dem Set einen satten Raggae-Schub verlieh.

Nie im Leben hätte ich gedacht, daß Jared mittlerweile 54 ist, so eine Energie strahlt er aus. Da kann sich so mancher Zwanzigjährige heute eine Scheibe von abschneiden. Im Publikum ging es derweil bei den härteren Songs dann auch ähnlich dynamisch rund, während man sich bei den chilligen Tracks und Parts dann auch ganz schnell wieder lieb hatte.

Um 23:20 Uhr gab's dann nach lautstarken Protesten noch eine ganz schnelle Zugabe, bevor Jared zum Merch hechtete und die Haus-Musik den Ton angab. Daß die beiden Hauptacts an diesem Abend zusammen 47 Jahre Bandgeschichte vorweisen konnten, war nicht zu spüren. Kein bißchen leise, kein bißchen langweilig.

Alle Photos findet ihr hier.

➡ Hed PE ➡ Crazy Town ➡ Mindcollision @ Stone im Ratinger Hof, 18.07.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Freitag, 13. Juli 2018

Am 21. Juni krempelten Turnstile, Fury und Spark das Magnapop in Krefeld gehörig um. 200 Personen soll der kleine Laden fassen, den ich noch aus Jugendtagen kenne und dessen Name und auch Interieur immer wieder wechselten. Und auch an diesem Abend sollte kein Stein auf dem anderen bleiben. Die recht junge Straight Edge-Band Spark machte den Anfang und konnte auch mit sympathischen missionierungsdrangbefreiten Ansagen überzeugen. Fury aus Orange County haben gerade einen Deal mit Run For Cover Records unterschrieben und besetzten an diesem Abend die Mittelposition. Sänger Jeremy Stith wirkte aggressiv und abwesend. Seine Ansagen, er habe seinen Kopf verloren...Pause...und er habe ihn wiedergefunden bestätigten diesen Eindruck. Ob einfach kein guter Tag oder Standard...ich weiß es nicht.

Turnstile enterten im Anschluss die Bühne und das Haus platzte aus allen Nähten. Zwischendurch kamen Ansagen, man solle sich weiter nach vorne bewegen, da zuviele Gäste noch nicht im Raum angekommen seien. Mittlerweile stehen zig Menschen neben den Musikern auf der Bühne...

Ansagen waren sonst aber eher Mangelware, was nicht als negativ zu werten ist da die Band einfach Hit auf Hit brachte, mal mit Brendan, mal mit Bassist Franz am Mikro. Nach der alten Werberregel "Bild vor Text" soll es das dann aber auch gewesen sein mit der Beschreibung des großartigen Abends, an dem bis auf einen zweifelhaften Gast, der meinte, mit den Fäusten geh Publikum vorgehen zu müssen alle sichtlich Spaß hatten im vermutlich größten (veganen) Fleischberg, den der Laden je gesehen hat.

Hier geht's zur Galerie.

➡ TURNSTILE ➡ Fury ➡ SPARK @ Magnapop Krefeld, 18.06.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this page/credit me...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Freitag, 13. Juli 2018

1995...in diesem Jahr habe ich Mr. Mike Patton das erste Mal live und in Farbe auf der Bühne gesehen - in Belgien beim Axion Beach Festival in Zeebrugge. Es folgten Shows im Bürgerhaus Stollwerck in Köln, dem Area 4 Festival...und nun am 16. Juni 2018 ergab sich die Chance in neuer Konstellation mit seiner Eminenz Dave Lombardo (Ex-Slayer) unter dem Schirm Dead Cross. Also hin da! Das italienische Duo ZEUS! machte gut Alarm im Vorfeld, bevor die Presse zum Hauptact aus der Menge gescheucht wurde, weshalb die Photos leider recht einseitig ausfallen. Dennoch viel Spaß mit dem Bericht für Time For Metal.

Dead Cross + Support am 16.06.2018 im Gloria, Köln

Nicht genug der Genre-Koryphäen in dieser Woche. Auch Thrice statteten der LMH in Köln einen Besuch ab und ob die Herrschaften bereits ein bißchen Punkrock aufgesogen haben seit ihrem kürzlichen Wechsel zu Epitaph Records, lest ihr in meinem Bericht für Time For Metal.

Thrice + Support am 12.06.2018 in der Live Music Hall, Köln

Vergangenen Montag waren die mächtigen Killswitch Engage in der Kölner LMH zu Gast und vor dem Hintergrund der Stimmband-OP von Sänger Jesse Leach war das gar nicht mal so selbstverständlich. Ob der Umstand Einfluss auf die Performance hatte, könnt ihr in meinem Artikel für Time For Metal nachlesen inkl. der Bildergalerie des Abends, an dem eine Lava-Dusche noch erfrischender gewesen wäre, als die Luft in der Halle^^.

Killswitch Engage + Support am 11.06.2018 in der Live Music Hall, Köln

Am 14. Mai 2018 waren Movements endlich zu Gast in der Domstadt, genauer gesagt im MTC auf der Feiermeile Zülpicher Straße. Zusammen mit Paerish aus Paris war - nimmt man ihr aktuelles Album "Feel Something" als Referenz - ein eher zwar mitreißender, wenngleich gedrückter Abend zu erwarten. Und natürlich sollte es anders kommen. Nachdem Paerish mit ihrer klarer strukturierten Slacker-Emo-Indie-Variante von Pavement (na, wer kennt sie noch?) den zu ca. 4/5 gefüllten Club auf den Headliner vorbereitet hatten und unter den meist jungen Gästen nicht nur Achtungsapplaus ernteten, wendete sich das Blatt und das Publikum eskalierte bei den vier Herren aus Orange County ohne Vorwarnung. Crowdsurfer bei jedem Atemzug, alles drängte nach vorne zur vlt. 40cm niedrigen Bühne. Und die Temperaturen stiegen - massiv. Es wurde lautstark gemeinsam mitgesungen und gelitten, als verbänden sich Band und Fans zu einer einheitlichen Masse.

Die meisten Songs des Abends sollten vom aktuellen Album stammen, was ich persönlich sehr begrüßte, gehört es doch zu den Top 15 des Jahres 2017 für mich. Interessanterweise wurden den gesamten Abend über immer wieder "Protection!"-Rufe laut. Die Einstandssingle zum Label-Signing mit Fearless Records wurde dann auch gen Ende des Sets zum Besten gegeben. Von einer Zugabe (es sei einfach nicht ihr Ding...sympathisch und bei Boysetsfire fand ich diese Geste immer schon ehrlicher, als eine Minute die Bühne zu verlassen und dann toootal überrascht wiederzukommen) und überhaupt viel Konversation sahen Patrick, Ira, Spencer und Austin während der ca. 50 Min. ab, was den Abend nicht weniger persönlich machte.  Auch ohne viel Show der Vier war das, was Movements hier gebracht haben so wie Patricks gesangliche Leistung: perfekt.

Hier geht's zu den Bildern.

➡ Movements ➡ Pærish @ MTC Köln, 14.05.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this page/credit me when you're...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Mittwoch, 23. Mai 2018

Was für ein Tag! Seit der 2009er Emo(core)-Übershow von Taking Back Sunday, Underoath, Thursday und Emery gab es wohl kaum ein so gezielt ausgewähltes Festival-LineUp, wie beim Galaxy Camp, das in der Domstadt gastiert und die alten Hasen und Newcomer des Pop-Punk - mit experimentellen Ausbrüchen nach links und rechts, oben und unten - vereint.

Im Detail sollte das bedeuten: Stand Atlantic aus Australien, WOES aus UK, Broadside aus den USA, Can't Swim aus den USA, WSTR aus UK, Trash Boat aus UK sowie Knuckle Puck und State Champs aus den USA traten an, auf vier Shows in Deutschland und der Schweiz feinsten modernen Pop-Punk zu zelebrieren. Am 19. Mai stand die Kölner Essigfabrik, organisiert von Positive Records und Wizard Promotions, auf der Liste und sie erschienen in Scharen. Knapp ausverkauft drängten sich vmtl. um die 1.000-1.200 Gäste nahezu allen Alters ab 16:00 Uhr durch die Eingangstore. Für das leibliche Wohl sorgte das Dortmunder Catering Doppeltsolecker.

Und da ich von 17:00 - 23:00 Uhr beinahe pausenlos mit zwar lediglich zwei Aufgaben - nämlich Stagediver*innen ab-/auffangen und weiterschieben im nicht vorhandenen Pressegraben sowie Photographieren - beschäftigt war, diese aber umso aufmerksamkeitsintensiver waren, lasse ich lieber die Bilder anstatt Worte sprechen. Denn die Sprache hat mir das Festival eh verschlagen - im positiven Sinne.

Anzumerken sei dennoch, daß alle Bands durchweg eine überraschend gute und überzeugende Performance abgeliefert haben (beim Melodiegesang kann sich so manche Metalcore-Band mit Clean-Vocals eine Scheibe abschneiden), die Künstler keine Scheu hatten, auf Tuchfühlung (im wahrsten Sinne...nehmen wir z. B. den Sprung von Trash Boats Tobi ins Publikum, um dort weiterzusingen) mit den Fans zu gehen, das Publikum ab Sekunde 1 bis zum Ende Vollgas gegeben hat, dabei immer freundlich und rücksichtsvoll im Umgang miteinander schien (abgesehen von einer Situation, bei der ich einen Idioten sah, der meinte, mit den Füßen voran von der Bühne springen zu müssen...Arschbomben gehören ins Schwimmbad) und den Bands kaum Raum auf der Bühne ließ, so oft wie von dort zum Stagediving angesetzt wurde, die reibungslose Orga (jeweils 15 Min. Umbau sauber durchziehen bei acht Bands ist schon beachtlich), der Sound im Allgemeinen und Lachen und gute Laune an jeder Ecke.

Herausragend waren für mich die Auftritte von Trash Boat (neue Single "Shade"), Can't Swim und Stand Atlantic. Alles in allem hat das Festival für die erste Ausgabe die Messlatte schon recht hoch angesetzt, sollte es - was ich doch schwer hoffe - eine Wiederholung im kommenden Jahr geben. Hut ab, Galaxy Camp!

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➡ STATE CHAMPS ➡ Knuckle Puck ➡ Trash Boat ➡ WSTR ➡ Can't Swim ➡ Broadside ➡ Woes ➡ Stand Atlantic @ Essigfabrik Köln,...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Donnerstag, 24. Mai 2018

Am gestrigen Samstag beehrten gleich drei verschiedene skandinavische Nationen den Jungle Club in Ehrenfeld, Köln. Aus Norwegen, Schweden und Dänemark waren Ghost Iris (aktuelles Album "Blind World" via Long Branch Records), Awake The Dreamer und Fight The Fight angereist, um auf ihrer "Scandinavian Invasion" Tour den Keller des Clubs ordentlich umzukrempeln. Alle Photos findet ihr hier bei Facebook.

Scandinavian Invasion Tour 2018➡ GHOST IRIS ➡ Fight The Fight ➡ Awake The Dreamer @ Jungle Club Köln, 21.04.2018 © 2018...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Sonntag, 22. April 2018

Nachdem die Hammer-Tour von Knuckle Puck, Tiny Moving Parts und Movements im letzten Jahr leider aber aus nachvollziehbaren Gründen abgesagt werden musste, konnte sich das Rheinland am 18. April zumindest über 1/3 der Acts freuen - in persona Tiny Moving Parts. Wie sehr habe ich auf diesen Abend hingefiebert. Und der Begriff trifft es ganz gut, denn das kleine MTC in Köln ist seit langem ausverkauft und draußen vor der Tür sind es 26° Mitte April. Und je voller der Keller wird, desto wärmer wird es auch, ohne, daß überhaupt etwas passierte.

Den Opener geben die mir bis dato unbekannten Orchards aus dem britischen Brighton, die auf ihrer ersten Tour durch Deutschland sind. Und sie überzeugen auf ganzer Linie. Wie bereits hier im Artikel zur aktuellen Single, die das Signing mit Big Scary Monsters markiert erwähnt, erinnert mich das Quartett an CHON, die mit viel Spielfreude und ohne viel Brimbamborium das letzte Paramore-Album als Inspiration für einen wilden Stilmix aus Pop, Indie, Mathrock und Discoelementen genutzt haben. Großartige und sympathische Einstimmung auf den Headliner.

Gegen 22:00 Uhr folgen dann Tiny Moving Parts, deren Bassist vorher noch am Merchstand selbst Shirts, Fahnen, Pins und Platten verkauft hat. Und Dylan an Mikro und Gitarre gibt ab Sekunde 1 alles. Wie man es schafft, so emotional zu singen und gleichzeitig diese Riffs zu spielen, die Hände überall am Griffbrett für Tappings oder andere Spielereien bleibt mir ein Rätsel. Neben den größten Hits der aktuellen Platte "Swell" gibt es auch allerlei älteres Material inkl. des Megahits (zumindest nehme ich ihn im Publikum - das übrigens keine Sekunde stillsteht und sich zeitweise stapelt - so wahr) "Dakota", der lauthals von allen mitgesungen wird. Bei "Warm Hand Splash" gibt das Publikum gar den Trompetenpart zum Besten, der nicht(!) vom Band kommt. Wunderbar. Und Dylan scheut auch den Kontakt zum Publikum nicht und begibt sich für ein paar Takte in die kochende Menge. Anfangs signalisiert der Stagemanager ihm immer wieder, daß er einen recht ungünstig platzierten Fleck auf der Oberlippe habe, den er nicht richtig entfernt bekommt und der wohl vom Mikro stammt, das nach ein paar Songs dann einmal gründlich abgewischt wird. Und diese Geschichte macht die Zeit mit der Band irgendwie noch sympathischer.

Eine geplante und eine spontane zusätzliche Zugabe spielen die drei, die Alarm für sechs machen und treten anschließend vollkommen nass und schweißtriefend - Drummer Billy, den das Publikum eingangs aufforderte, sein Bauchnabelpiercing zu zeigen und dem er auch nachkam 😀 in grüner Badehose -  den verdienten Weg in den Backstagebereich an. Definitiv eines der Konzert-Highlights des Jahres.

Alle Photos findet ihr hier bei Facebook.

➡ Tiny Moving Parts ➡ Orchards @ MTC Cologne, 18.04.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this page/credit me...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Freitag, 20. April 2018

Irgendwie geht man ja nie so ganz. Und daher war ich Mitte/Ende Februar auf der ersten Show meiner alten Band Samsara Circle, die mit neuem (und großartigem) Bassisten den ersten Gig in neuer Konstellation in ihrer Heimat, genauer gesagt im Spektakulum, bestritten. Mit dabei waren Psychophant (an der Gitarre Mille, ebenfalls Ex-Samsara Circle und bei Korsakow an den sechs Saiten) sowie Insidious.

Und was soll ich sagen...Modern Metal ist lebendiger denn je in Düsseldorf!
Geht mehr auf Konzerte, support your local heros! Alle Bilder findet ihr hier bei Facebook.