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Nach "G.OA.T." haben Polyphia nun endlich die zweite Single des kommenden Albums veröffentlicht. Und auch Details zu jenem gibt es nun. "New Levels New Devils" wird es heißen und erscheint am 12. Oktober via Rude Records. Der neue Song "O.D." wird von den Herrschaften auch gleich mit einer devoten Zurückhaltung beworben, die schon beinahe als pathologisch bezeichnet werden kann^^

"The day has come to bestow upon you yet another one of our masterpieces from our future award winning newest album, New Levels New Devils. We present to you, 'O.D.', which accurately depicts the absolute pinnacle of musical perfection.

Yours truly, the greatest metal band of all time,
Us."

Polyphia haben sich für die neue Single mit Y2K (Killy, Yung Bans) und Judge (Migos & Marshmello, Young Thug) zusammengetan und auch das gesamte Album wurde in Zusammenarbeit mit weiteren namhaften Personen aus HipHop und Electro produziert. Als Gäste lud man auch die Gitarristen Ichika, Mateus Asato, Jason Richardson, Erick Hansel und Mario Camarena der mächtigen CHON oder Yvette Young von Covet ein. Ein einziges Vocal-Feature wird es geben, und zwar vom Produzenten, Sänger und Multiinstrumentalisten Cuco.

Zur neuen Single sagt die Band außerdem in sympathischen Worten:

“This album is probably the best music in the history of music. Between all the future grammy nominations and public praise it’s pretty unanimous that we’re the biggest (and best) band in the world at this point. Far better than Metallica, The Rolling Stones, The Beatles, etc. We had a $100,000 budget for this video but spent most of it on beer so we were left with only $10,000 but it turned out alright... still better than anything anyone else has ever done (especially that dildo Ronnie Radke).”

Die Tracklist:

01. Nasty feat. Jason Richardson
02. O.D.
03. Death Note feat. Ichika
04. Bad
05. Drown feat. Mateus Asato
06. Saucy
07. Yas feat. Mario Camarena and Erick Hansel
08. So Strange feat. Cuco
09. Rich Kids feat. Yvette Young
10. G.O.A.T.

Vorbestellen könnt ihr die Platte hier.

Monophonist, das sind Thomas Sauerborn (Schlagzeug / Stimme / Container), Kenn Hartwig (E-Bass / Kontrabass), Daniel Hölscher (E-Gitarre / Jazzgitarre) und Jonathan Hoffmann (Stimme / Saxophon / Elektroschrott). Die Band aus dem erweiterten Kölner Raum hat vor einiger Zeit eine Crowdfunding-Kampagne für ihre neue Platte "Über die Freiheit der praktischen Unvernunft" gestartet, um die Produktion, Promotion und Shows finanzieren zu können.

Drei Jahre hat die Band, die der ein oder andere vlt. auch vom Euroblast kennt geschrieben und wieder einmal eine spannende und eigenwillige Mischung aus Hardcore, Punk, Jazz und Blues realisiert - und dieses Mal etwas eingängiger und zugänglicher. Die ersten drei Songs kann man bereits bei Startnext hören und dieses Potpourri soll möglichst viele Menschen erreichen, weshalb sie an einem bewährten Rezept festhalten möchten:

"Auf den Konzerten haben wir es bisher so gemacht, dass sich die Leute selbst überlegen konnten, wie viel sie für die CD bezahlen wollen. Weil das gut geklappt hat, werden wir es wahrscheinlich wieder so machen. Es geht uns darum, dass möglichst viele Leute Spaß an der Musik haben, nicht um Profit."

Hier geht's zur Kampagne inkl. der drei Tracks "Hauptstrom", "Der Preis der Freiheit" und "Geronticus Eremita". Und Achtung: Ihr könnt nur noch HEUTE unterstützen und aus diversen Kategorien Limitiertes oder andere Besonderheiten für Aug' und Ohr auswählen.

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Artist: Rolo Tomassi
Album: Time Will Die And Love Will Bury It
Erscheinungstermin: 02. März 2018
Label: Holy Roar Records
Gesamtlänge: 53:00 Min.
Link zur Band: http://www.rolotomassiband.com/

Tracklist:

01. Towards Dawn
02. Aftermath
03. Rituals
04. The Hollow Hour
05. Balancing The Dark
06. Alma Mater
07. A Flood Of Light
08. Whispers Among Us
09. Contretemps
10. Risen

"Time Will Die And Love Will Bury It" - Ein Albumtitel wie ein Gedicht. Und hierbei handelt es sich weder um einen Zufall noch eine Eigenschöpfung. Die Jazz/Math Core-Band mit Black und Post Metal-Affinität aus dem britischen Sheffield sah sich inspiriert durch einen Druck eines Freundes, dessen künstlerische Grundlage ein Zitat des Underground-Schriftstellers Richard Brautigan darstellt. Am 02. März erscheint also das 5. Studioalbum von Rolo Tomassi allgemein und das 2. auf Holy Roar Records. Was erwartet eure Ohren? 

Eine Traumsequenz. Das ist der erste Eindruck, den der Hörer bekommen kann, wenn "Time Will Die And Love Will Bury It" mit dem Opener "Towards Dawn" startet. Beinahe liebliche Synthesizer-Klänge und gesampelte Chöre leiten über 03:44 Minuten über in "Aftermath", der extrem melodiös und unschuldig, gar optimistisch anmutet. Die Melodiebögen von Sängerin/Shouterin Eva Spence fügen sich perfekt in die reduziert instrumentierte, rhythmisch auffällige Strophe, während sich die Gesamtheit aller Beteiligten im atmosphärischen, flächigen Refrain ins höchst Epische steigert.

Doch die Friedlichkeit ist trügerisch. "Rituals" holt den Hörer zurück in die Realität. Black Metal-Blastbeats, verzerrte Shouts und Growls, knarrzende Synthies, bei Rolo Tomassi stehen plötzlich alle Zeichen auf Angriff.

Am Boden liegend besänftigt das Intro zum anschließenden "The Hollow Hour" den Hörer ein wenig, untermalt von Vintage Hammond Orgel-Klängen...bis der Song ausholt und nachtritt. Aggressive Stakkato-Arbeit der Instrumente, harsche Vocals, keine Verschnaufpause. Und dann überrascht die Band mit einem melodiösen Part, in dem die cleane Stimme von Eva Spence kurzzeitig fein wehklagt. Schwenk zum Klavier lastigen Zwischenpart, der aber wieder die Ruhe vor dem Sturm verkörpert. Im Mix wurde Eva Spence der Charakter verliehen, als stünde sie im dialogischen aggressiven Disput mit sich selbst oder einer höheren Macht. Das epische Outro des Songs voller Wehmut, Schwermut und Zerrissenheit lässt es einem kalt den Rücken runterlaufen.

"Balancing The Dark" beginnt jazzig und behält seine rhythmische Komplexität auch nach dem ruhigen Intropart bei. Tom Pitts an den Drums weiß, was er tut und die Saiteninstrumente fügen sich ihm und seinen Akzentuierungen. Ein Donnergrollen gleicher Part kümmert sich zwischenzeitlich um die Magengrube des Hörers, bevor ein Orgel untermauerter Part einen der experimentellsten Songs der Platte beschließt.

"Alma Mater" macht ab Sekunde 1 keinen Hehl um seinen aggressiven Charakter. Rhythmisch vertrackt, versiert instrumentiert zieht der Song das Tempo an. Bis die Band auch ihm ein harmonisches Fremdwort für Pause gönnt.
"A Flood Of Light" erinnert mich nicht nur vom Titel an "Absence Of Light" der britischen Devil Sold His Soul. Brachiale Klangwände gepaart mit einsilbigen Shouts, ergänzt um zarte Melodielinien und Streicherarrangements, die in einem 80s beeinflussten Synthie-Part samt maximal verzerrtem Bass von Nathan Fairweather aufgehen...Flut trifft es ganz gut. Hier brechen über 08:20 Minuten wahrlich Klangwelten über den Hörer herein. Die Stimme von Eva Spence ist im Finale ein wahrer Gänsehaut-Garant. Einer der besten Songs der Platte.

Mit "Whispers Among Us" geht es wieder zurück in die Dunkelheit. Tiefe Growls, aggressives Picking der Gitarren, schwermütige, träge Riffs ziehen den Hörer in einen dunklen Strudel. Mit einem Moment der Befreiung, der an Kraft zunimmt beendet die Band diesen Teil des Albums. "Contretemps" besinnt sich auf die Friedlichkeit des Openers zurück, eine simple Klavierlinie, melancholisch, einsam. Zum zweiten Drittel des 08:16 Minuten langen Songs fährt Gitarrist Chris Cayford schwere Fuzz-Geschütze auf und schiebt mit einem kratzenden Teppich beiseite, was sich nicht wehren kann. Die Länge des Songs lässt vermuten, daß hier etwas Großes aufgebaut werden soll. Und so kommt es. Atmosphäre, Epik, Keyboarder James Spence untermalt dies' alles mit unschuldigen Synthie- und Orgel-Klängen, während ein scheinbar Tonart fremder Akkord im post-rockigen Klimax die Harmonie durchbricht und das mitleidende Herz aufschreckt. Ein beinahe sakraler Melodiegesang trägt den vorletzten Song, reduziert instrumentiert final zu Grabe.

Mit dem ruhigen "Risen" führen Rolo Tomassi die sakrale Art des Gesangs fort. Ein wenig erinnert mich die Melancholie der Gesamtkomposition gar an Melanie Wills' Stimme bei "Short Stories With Tragic Endings" von From Autumn To Ashes, wobei jene aber instrumental von den japanischen Mono begleitet würde. Nach 53:00 Min. ist es an der Zeit, daß jene sich zur ewigen Ruhe bettet und einen Abschied in Liebe erlebt. All die Erlebnisse, die Emotionen, die Stürme und Kämpfe finden einen harmonischen Schluss in Geborgenheit.

Vorbestellen könnt ihr das Album hier. Wem der Plattenspieler in der Bahn zu affig ist und wer keinen Bock auf Spotify & Co. hat, der wird das Album vmtl. auch am Releasetag hier bei Bandcamp finden. Die neue Platte stellt die Band ebenfalls auf Tour vor, darunter folgende Termine in oder von Deutschland aus erreichbar:

30.03.18 - Berlin - Musik & Frieden
31.03.18 - Hamburg - Headcrash
01.04.18 - Haarlem - Patronaat (NL)

Fazit:

Zugegeben hatte ich bis zu dieser Platte meine Probleme, den Zugang zur Band zu finden. Ein einziger kompletter Durchlauf der Scheibe hat aber ausgereicht, mich vollends zu begeistern. Die Kombination der fragilen Melodiestimme von Sängerin Eva Spence, der sie die verzerrten, teilweise gutturalen Screams und Shouts gegenüberstellt könnte kaum konträrer sein. Technische Finesse, ohne zu prahlen, ein Gespür für abwechslungsreiches Songwriting und den Sinn für die richtigen Momente, die ein guter Song benötigt, Rolo Tomassi schaffen es, mit einem homogenen Stilmix (so widersprüchlich es auch klingen mag) ein grandioses und rundes Album abzuliefern. "Time Will Die And Love Will Bury It" ist beileibe nichts für den Sonntagsspaziergang - außer man wandert vielleicht durch Ruinen vergangener Königreiche - und auch nichts für den Kochabend mit Freunden. Das Album ist etwas Intimes, etwas, das man alleine laut hören muss - von der ersten bis zur letzte Sekunde. Und danach ruft man seine/n besten Freund/in an und bedankt sich, sie/ihn zu haben. 

Anspieltipps:

Aftermath, A Flood Of Light, Contretemps