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Bevor am übernächsten Freitag (26. Januar) "Swell" von Tiny Moving Parts via Big Scary Monsters erscheint, legt das Trio die vermutlich letzte Single nach. "Warm Hand Splash" brilliert mit feinen Rhythmuswechseln und indie-esquem Trompeten-Zwischenteil.

“‘Warm Hand Splash’ is about having someone special get taken away from you. I used an analogy of being a piece of trash at the bottom of a wishing well, who adores a coin that eventually someone steals from the water. With an important piece of your life missing, you’re trying your best to cope with it.

Das Review zur gesamten Platte findet ihr hier, sollte euch die Neugierde gepackt haben. Auf Tour kommen die Jungs ebenfalls. Alle Daten findet ihr hier.

Aus Sydney stammen Endless Heights, die am 16. Februar ihr Album "Vicious Pleasure" via Cooking Vinyl veröffentlichen werden. Daraus gibt's nun die Single "Come A Little Closer" und musikalisch geht's in den emotionalen, schwermütigen Alternative/Post-HC. Live könnt ihr die Band mit Casey und Rarity im MTC in Köln sehen (FB-Event), präsentiert von Positive Records.

Vorbestellen könnt ihr das kommende Album auch in schickem Coloured Vinyl hier.

Wer wie ich mit den The Get Up Kids großgeworden ist, kam auch unweigerlich nicht um Reggie And The Full Effect herum. Das Nebenprojekt von James Dewees, dem Keyboarder der erwähnten Koryphäen der Emo-Ära weist in seinem 20. Jahr eine lange Liste an Musikern auf, die bisher sechs Studioalben mit Dewees eingespielt oder performt haben, darunter seine Bandkollegen der Get Up Kids und auch Musiker wie Frank Iero, den man als Background-Sänger und Gitarrist von My Chemical Romance kennt und der heute ergänzt um "The Patience" als Solokünstler durch die Lande tourt.

Das siebte Studioalbum "41" von Reggie And The Full Effect erscheint am 23. Februar via Pure Noise Records. Zur Feier der Ankündigung gibt es heute die erste Single “Karate School”.

"'Karate School' is a song about a young boy in rural England. Whose parents were killed in an accident where they were playing around with dark magic. The boy is forced to live with his relatives and then he gets an invitation to dark magic school. He irresponsibly decides to go to dark magic school. Where he meets some other unfortunate kids. And they all take karate. And some ducks show up”James Dewees

Tracklist:

1. il Sniffy Incontra
2. il Pesce Svedese
3. Alone Again
4. Broke Down
5. Heartbreak
6. Karate School
7. The Horrible Year
8. New Years Day
9. Maggie
10. Channing Tatum Space Rollerblading Montage M...
11. You've Got Secrets
12. Trap(ing) Music (feat Common Denominator)
13. And Next with Feeling
14. Off Delaware

Vorbestellen könnt ihr die Platte - auch auf Vinyl - hier.

Nach "Caution" haben Tiny Moving Parts nun die nächste Single des kommenden Albums "Swell" (VÖ 26. Januar via Big Scary Monsters) veröffentlicht. "Applause" ist der Opener der Platte und kommt als Musikvideo. Und was der Schlag auf den Kopf von Sänger und Gitarrist Dylan Mattheisen bewirkt, ähnelt dem Effekt der Platte (um mal ein wenig der Brillanz vorwegzunehmen; ein Review von "Swell" folgt in Kürze), denn sie nimmt den Hörer mit auf einen Trip in eine andere Welt - im Positiven und ungleich zu irgendwelchen mystischen Konzeptalben, sondern eher im Sinne einer persönlichen und emotionalen Reise. "Applaus" ist erneut ein guter Zeuge dessen, was die Band Großartiges komponiert und eingespielt hat und wie detailliert Songs auch mit einer einfachen Dreierbesetzung klingen können. Vorbestellen könnt (und solltet) ihr die Platte hier.

Was für eine beeindruckende Stimme! Tom Walker, seines Zeichens gebürtiger Schotte, aufgewachsen in Manchester ist ein kleines Youtube-Klickwunder und das könnte sich mit der neuen Single "Leave A Light On" fortführen, die von Steve Mac produziert wurde, der u. a. auch für Ed Sheerans „Shape Of You“ verantwortlich war. Seine letzte EP "Blessings" wurde gar von Jim Abbiss (Adele, Arctic Monkeys, Kasabian) mitproduziert. Streamen und/oder herunterladen könnt ihr die Nummer außerdem hier. Und vielleicht hat der ein oder andere ihn auch in diesem Jahr auf dem Reeperbahn Festival in Hamburg gesehen?

Wer nicht genug von Tom Grennan bekommen kann, findet mit Tom Walker schnell Abhilfe.

Am 25. August ist das neue Turnover-Album "Good Nature" via Run For Cover Records erschienen und "Supernatural" hab es bisher lediglich als Audiospur bei YT oder den einschlägigen Streamingdiensten. Nun hat die Band ein Musikvideo zur Nummer veröffentlicht, in dem man ein vermeintliches Pärchen bei ihrem spätsommerlichen Roadtrip begleiten kann. Bestellen könnt ihr die wahrlich gut Platte hier.

Viel bleibt mir nach meinem Review nicht mehr zu sagen über "As You Please", das neue Album von Citizen, das heute via Run For Cover Records erscheint. Feinster Alternative/Emo mit einer bitteren Kirsche auf der Sahne. Definitiv eines der besten Alben der letzten Monate.

Google Play Music:

https://play.google.com/music/m/B645qrtto4b74dlnu4h77hl2oia?t=As_You_Please_-_Citizen

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Citizen As You Please

Artist: Citizen
Album: As You Please
Erscheinungstermin: 06. Oktober 2017
Label: Run For Cover
Gesamtlänge: -
Link zur Band: https://www.facebook.com/Citizentheband/

PreOrders: z. B. über Run For Cover UK

Tracklist:

01. Jet
02. In the Middle Of It All
03. As You Please
04. Medicine
05. Ugly Luck
06. World
07. Fever Days
08. Control
09. Discrete Routine
10. I Forgive No One
11. You Are a Star
12. Flowerchild

Laut Presseinfo beschreibt "As You Please", das neue Album von Citizen, die Ursprünge der Unzufriedenheit, die den US-amerikanischen Rostgürtel - und ganz besonders seine Heimatstadt Toledo, Ohio - schon seit vielen Jahren heimsucht. Da ich wenig Berührungspunkte mit den gesellschaftlichen Zuständen in den USA vorweisen kann, lasse ich das vorliegende Werk ungeachtet dieses Kontexts frei und unabhängig wirken und dokumentiere das Erlebnis - und dieses Album ist eines - in eigenen Worten.

Randnotiz:
Die Band ist im Oktober auf Minitour in Deutschland:

07.10. 2017 Köln | Tsunami Club (ausverkauft)
08.10.2017 Berlin | Cassiopeia

Mit "Jet", der ersten Single des Albums geht es also in die Tiefen der Seele bzw. Erfahrungen von Sänger Mat Kerekes. Ein leicht britischer Indierock-Gitarrenklang, ein hektischer Bass im Wechsel mit verspielten Drums, die Stimme von Sänger Kerekes, die mal lakonisch, mal nachdrücklich eine Geschichte von Unsicherheit, Verzweiflung und Schuld erzählt, gipfelnd in einem phantastischen Refrain...ein großartiger Einstieg.

"If I'm in vain then you, you must be too
Are we on our way back down?
Into delusion we will go to stare at a glimpse of hope
Make me more assured, to clean my wounds"

Der C-Teil erinnert gar durch seinen leichten Shoegaze-Charakter an die letzte Hundredth-Platte. Die Band hat übrigens auch eine Live-Version im Studio 4 aufgenommen und als Video veröffentlicht, das ihr hier findet.

"In The Middle Of It All" überrascht mit einem beinahe Queen-esquen mehrstimmigen Vocal-Intro, dem ein fast trockenes "I saw you were there!" aus dem Off entgegengestellt wird. Und dann folgt dieser flächige Refrain, der auch von Rivers Cuomo hätte geschrieben sein können. Simulierte Abtastfehler des CD-Player-Lasers, die den Hörer hektisch nach der Ursache zu suchen nötigen beenden die Harmonie - verstörend.

Der Titeltrack "As You Please" scheint ungefährlich, unauffällig und lethargisch, bis die Fuzzgitarren und ein hohes Zirpen den Hörer aber eines Besseren belehren. "Medicine" klingt wie der tongewordene Blick auf die leere Dose Prozac auf dem Nachttisch. Notleiden, Fluchtgesuche, Panik - nicht im Sinne einer unkontrollierten Eskalation, sondern eher einer emotionalen Ausweglosigkeit. "Ugly Luck" zieht das Tempo dann ein wenig an und hilft dem Hörer von den Knien hoch zurück in den Stand - um zu tanzen und mit Optimismus gen Horizont zu blicken. Eine Grundbetroffenheit bleibt, aber eine positive Gleichgültigkeit drängt sie immer wieder in ihre Ecke zurück.

Zu Beginn von "World" klingt Kerekes' Stimme, als befände er sich mit dem Hörer in einem spärlich möblierten Raum, zu ihm sprechend in einem privaten Dialog. Dem Kern seiner Aussage verleiht er schroff Ausdruck im fordernden Refrain, in dem eine Flanger-artige Backgroundstimme den zweiten Melodiepart übernimmt.
"Fever Days" konzentriert sich vorerst auf eine akustische Gitarrenlinie und die einfache verzerrte Basslinie, die zusammen mit den Drums den Einstieg in etwas Großes bereitet. Citizen verstehen es wahrhaftig, Spannung aufzubauen, mit Dynamik zu spielen und selten gute Refrains wie aus dem siebten Überraschungsei zu zaubern.

"Control" erinnert ein wenig an The Appleseed Cast, melancholische Abgeschlagenheit, zerbrochene und mühsam zusammengeklebte Hoffnung. "Discrete Routine" ist schleppend, beginnt wie eine abendliche Sommerbrise, die in ein vorherbstliches Unwetter umschlägt. "I Forgive No One" wird mit modulierter Stimme eröffnet, ein knarziger Bass, ein Double-Time Refrain mit Noise-lastigem Chorus. "You Are A Star"startet geheimnisvoll mit perkussivem Intro, das in den klaren Refrain überleitet, der im Laufes Stückes noch wächst und sich mit dramaturgisch starken Klang-Elementen angereichert vor dem Hörer aufrichtet, bis er selbst zum Outro wird.

"Flowerchild", die längste Nummer der Platte, beginnt akustisch und unschuldig. Der letzte Sommertag barfuß im Gras, die Halme zwischen den Zehen, ein Ausbruch an Emotionen, impulsiv und energetisch. Auch Kerekes' Stimme kratzt ungewohnt und überraschend, überschlägt sich beinahe. Eine verhaltenes Klavier steht der Akustikgitarre zur Verabschiedung zur Seite. Bis bald, Citizen. Hoffentlich bis ganz bald.

Fazit:
Mit "As You Please" liefern Citizen DEN Soundtrack für die Post-Sommerdepression. Fragil, emotional und melancholisch weckt dieses Album Erinnerungen an Momente, die vielleicht niemals stattgefunden haben. Es inspiriert und zeichnet Geschichten. Dieses Album transportiert akustisch nicht nur durch eine große Vielzahl an Sounds und Instrumenten ein ganzes Bilderbuch, das der Hörer erstmal (be)greifen lernen muss. Große Harmonien öffnen Türen und erleichtern den Zugang. Die Vielfalt der Songs, die emotionale Varianz, die immer wieder von einer subtilen Tristesse begleitet wird verleihen "As You Please" einen umfangreichen Charakter, der lange begeistern können wird.
Wem das neue Turnover-Album zu fröhlich war, aber nicht auf den Mix aus Emo, Indie und Alternative verzichten mag, der wird mit dem neuen Werk von Citizen sein dunkles Gegenstück finden.

Anspieltipps: Alles

Nach dem phantastischen "In The Middle Of It All" haben Citizen nun mit "Fever Days" eine weitere Single des am 06. Oktober erscheinenden Albums "As You Please" veröffentlicht, das via Run For Cover Records das Licht der Welt erblicken wird. Und ich denke, ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, daß dieses Album eines der besten Indie/Alternative/Emo-Alben der letzten Jahre ist. Seid gespannt!

Citizen auf Tour:

07.10. 2017 Köln | Tsunami Club (ausverkauft)
08.10.2017 Berlin | Cassiopeia

Vorbestellen könnt ihr das Album hier (und ihr könnt nichts falsch machen).

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Bert's back. The Used haben just bekanntgegeben, daß sie ihr siebtes Studioalbum am 27. Oktober via Hopeless Records veröffentlichen werden. "The Canyon" wird es heißen und produziert hat es der große Ross Robinson (The Cure, At The Drive In). Während der Trend, sieben acht oder neun Songs als Album zu verkaufen zunimmt, scheißen The Used drauf und schieben einfach mal 17(!) Songs auf die Platte.

I’ve learned as an artist that a great idea is such a gift. If I don’t stop whatever it is I’m doing, even if while driving, if I don’t pull over at that moment, then maybe I didn’t deserve the idea to begin with. I learned to respect and worship the ideas in that way, that they are and will always be something sacred. Stopping in that moment was a brand new approach for us during this process” - Bert McCracken

Aufgenommen wurde die Platte auf Band und ohne Clicktrack, heißt, sie hat gute Chancen, natürlich und authentisch zu klingen, fernab von hart überproduziertem Kram. Streicher und Chöre sollen sich auch auf's Album verirrt haben. Daß die Scheibe ziemlich organisch klingen könnte, darauf deutet der erste Song hin, den die Band im Zuge der Ankündigung veröffentlicht hat. "Over And Over Again" heißt die Nummer und klingt wahrhaftig "echt". Soundtechnisch ist man irgendwo zwischen The Cure-nahen Tracks und Thirty Seconds To Mars-Arrangements gelandet. Wer den Screamo der vergangenen Tage erwartet, der sollte besser nicht reinhören. Wie sich die Nummer in die umfangreiche Platte einfügt, bleibt abzuwarten. Vorbestellen kann man "The Canyon" hier.

Tracklist:

1. For You
2. Cold War Telescreen
3. Broken Windows
4. Rise Up Lights
5. Vertigo Cave
6. Pretty Picture
7. Funeral Post
8. Upper Falls
9. The Divine Absence (This Is Water)
10. Selfies In Aleppo
11. Moving The Mountain (Odysseus Surrenders)
12. Over and Over Again
13. The Quiet War
14. Moon-Dream
15. The Nexus
16. About You (No Songs Left to Sing)
17. The Mouth Of The Canyon