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Das letzte Konzert des Jahres war - zumindest für mich - etwas ganz Besonderes. Ein Besuch von 4/5 der legendären Have Heart unter dem Namen FREE im Café Nova in Essen stand zum Jahresabschluss ins Haus, organisiert von Positive Records. Im Gepäck hatten die Herrschaften Abuse Of Power aus Atlanta, Jail aus dem Ruhrpott und Disavow aus Göteborg. Wie zu erwarten war die geschichtsträchtige Show umgehend ausverkauft und nachdem sie zuerst hochverlegt wurde, ging's dann auf Wunsch der Bands doch wieder ins lauschige Café Nova.

Und was soll ich sagen...es gab vermutlich keinen wärmeren Ort an diesem kalten Winterabend im Umkreis von 50km. Menschenmassen türmten sich zu Fleischbergen (was die Veganer bitte nicht falsch verstehen oder persönlich nehmen dürfen^^). Alle Bands lieferten 20-30 Minuten knappe Sets (bei wahrscheinlich durchschnittlich 2:20 Min. kurzen Songs nachvollziehbar) mit mächtig Herzblut und Energie und das erste Mal in meiner knapp 23-jährigen Konzertbesuchsgeschichte konnte ein Headliner früher als geplant anfangen :). Das Publikum sparte sich den Großteil der Energie für FREE auf, was für Disavow und Jail etwas schade war. Tat dem Abend aber keinen Abbruch. Spaß hatten alle gefühlt zu genüge und auch ein weiblicher Gast, der bereits am Abend vorher in Eindhoven für einen Part das Mikrophon von Shouter Pat Flynn ergattern konnte, stand auch an diesem Abend auf der "Bühne" und schrie, was die Lunge hergab. Ein Abend, lauter und eindrucksvoller als jedes unnütze Feuerwerk.

➡ FREE (ex HAVE HEART) ➡ ABUSE OF POWER ➡ Jail ➡ DISAVOW @ Cafe Nova, 30.12.2017 © 2017/2018 www.quintenquist.com -...

Posted by Quinten Quist Konzertphotographie on Donnerstag, 18. Januar 2018

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Am 09. Dezember gab es die nächste EMP RAWR! Party in der Matrix in Bochum und wer das Format kennt, weiß, daß sich die Veranstalter in Sachen Entertainment nicht lumpen lassen. Neben drei Floors mit Rock, Core & Metal, HipHop, Trap & Twerk sowie Pop, 90er & 00er Superhits gab's neben dem Resident Guybrush Beatwood auf dem Gitarren-Floor das ANY GIVEN DAY DJ-Set. Und auch die Action-Zones mit Bällebad und die Gaming Ecke mit Mario Kart, Smash Brothers & Co. erfreuten sich wieder einmal großer Beliebtheit.

Abgerundet wurde der Abend aber durch die letzte Show der SECRETS/Our Hollow Our Home-Tour. Mit dabei waren auch die britischen Acres sowie The Narrator aus Essen. Letztgenannte lieferten eine souveräne Show ab und eröffneten den Abend gebührend. Acres, gerade erst mit neuer Single zurück, brillierten mit einem emotionalen Set, das Lust auf mehr machte, live sowie ein neues Album oder wenigstens eine EP. Our Hollow Our Home traten anschließend ein paar Ärsche und auch das Publikum war zeitweise nicht mehr zu bändigen. So soll's sein bei einem Tourabschluss.

Der Headline SECRETS, der zwischenzeitlich die OHOH-Show "störte" und im letzten Song das Drumset während der laufenden Performance abbaute und ebenfalls eine neue Single draußen hat, glänzte zum Abschluss mit einer mitreißenden Show. Irgendwie übernahm hier auch mal gefühlt jedes Bandmitglied mal jedes Instrument. Zumindest sah man Shouter Wade Walters an diesem Abend am Mikro, am Bass und am Schlagzeug, während der eigentliche Drummer (scheinbar ein Tourmusiker, da die Band aktuell keinen festen Drummer zu verzeichnen hat) das Geschehen mit dem Handy filmte. Und OHOH ließen sich die Gelegenheit der Revanche nicht entgehen und enterten fahnenschwenkend mit einem dekorierten Rollwagen inkl. eindeutiger Botschaft in großen Lettern die Bühne während der Show. Was für ein Start in eine lange Partynacht

➡ SECRETS ➡ Our Hollow, Our Home ➡ Acres ➡ THE NARRATOR @ emp.de RAWR Party, Matrix Bochum, 09.12.2017 © 2017/2018...

Posted by Quinten Quist Konzertphotographie on Dienstag, 2. Januar 2018

In der Adventszeit haben Positive Records und Avocado Booking dem geneigten Metalcore-Fan ein ganz besonders Geschenk gemacht und ein feines Paket, bestehend aus Northlane, ERRA, Invent Animate und Ocean Grove unters Bäumchen der Essigfabrik in Köln gelegt.

Am 08. Dezember also war quasi vorgezogene Bescherung und vier unterschiedliche Acts mit ähnlichen Wurzeln suchten die Halle in Deutz heim. Ocean Grove waren erst vor einigen Monaten zusammen mit Beartooth und Sylar im niederländischen Eindhoven zu Gast und nun auch endlich in unseren Breiten. Und verglichen mit ihrem Auftritt im Mai konnten die Herrschaften aus Australien nochmal eine große Schippe drauflegen.

Invent Animate sorgten anschließend für den Bollo-Faktor des Abends und erhielten zeitweise Unterstützung am Mikro von ERRAs Jesse Cash, während ERRA selbst dann, vom Publikum scheinbar heiß ersehnt, wieder mehr Ruhe und Melodie in den Abend brachten. "Neuzugang" JT Cavey (Ex-Texas In July) am Mikro half vorbildlich beim Auf- und Abbau und versorgte seine Jungs mit Wasser. Und so strukturiert die Vorbereitung ablief, so sauber war auch die Show.

Der Headliner Northlane, der 2017 schon das ein oder andere Mal hierzulande die Bühnen unsicher machte konnte die Souveränität aufgreifen und lieferte eine solide Show ab, inkl. Gitarrist Jonathon Deileys Vape-Action durch den Mundschutz, Bassist Alex Milovic mit neuer Frisur und Marcus Bridge mit Offenherzigkeit und Nähe zu seinen Fans.

Ein gelungener Abend und willkommener als jedes Sternsingen.

➡ Northlane ➡ ERRA ➡ Invent Animate ➡ Ocean Grove @ Essigfabrik, Köln, 08.12.2017 © 2017/2018 www.quintenquist.com -...

Posted by Quinten Quist Konzertphotographie on Dienstag, 2. Januar 2018

Für Time For Metal war ich kürzlich in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle unterwegs, um die Show der Prophets Of Rage und Blood Youth zu dokumentieren. Abgesehen davon, daß das Management des Headliners ein sehr zweifelhaftes Verständnis von Pressefreiheit hat, findet ihr nachfolgend in meinem Erlebnisbericht die Antwort auf die Frage, ob es denn dennoch gut gewesen ist.

Prophets Of Rage + Support am 15.11.2017 in der Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf

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- Neck Deep, As It Is, Real Friends, Blood Youth -
19. Oktober 2017, Gebäude 9, Köln

Ende Oktober gastierten Neck Deep auf ihrer "The Peace And The Panic"-Tour auch in der Kölner Essigfabrik. Das wohl perfekteste Pop-Punk-Package 2017 hierzulande schaffte es dann auch wie zu erwarten, die Halle bis unter's Dach mit Fans vorwiegend jüngerer Generationen zu füllen, die nicht selten auf As It Is-Sahneschnittchen und Berufsflo Patty Walters warteten. Mit Real Friends gab's zusätzlich die feine Gratwanderung zwischen Emo und Alternative, das eigentliche Trio Blood Youth mit Gastbassist Matt Hollinson sorgte aber zum Start erst einmal mit einer ordentlichen Kelle Melodic Hardcore/Metalcore für Aufmerksamkeit. Letztere sind übrigens in Kürze nochmal in unseren Breiten unterwegs und zwar als Support der Prophets Of Rage in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle, um ihr aktuelles Album "Beyond Repair" (Rude Records) auch einem Metal-affineren Publikum näherzubringen.

Während also Patty Walters bar jedweder Gravitation im Minutentakt von der Bühne abhob, sich Real Friends-Sänger Dan Lambton durch die Songs kämpfte, stimmlich und emotional, und Blood Youth-Drummer Sam Hallett den Pokal für die beste Mimikarbeit des Abends für sich beanspruchen konnte, spielten Neck Deep sogar "Don't Wait" vom aktuellen Album, das normalerweise von Sam Carter (Architects) unterstützt und heute von einem langjährigen Freund der Band, der auf den Spitznamen "Razor" hört guttural interpretiert wird. Das Publikum war kaum zu bändigen, weshalb wir Photographen aus Sicherheitsgründen auch vorzeitig den Graben verlassen mussten. Viel Spaß mit den Photos, die bis dahin ihren Weg durch's Objektiv auf die Speicherkarte gefunden haben:

➡ Neck Deep ➡ Real Friends ➡ As It Is ➡ Blood Youth @ Essigfabrik, Köln, 19.10.2017 © 2017 www.quintenquist.com - Please...

Posted by Quinten Quist Konzertphotographie on Freitag, 10. November 2017

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- In Hearts Wake, Gideon, Up North, 02. November 2017, Gebäude 9, Köln -

Vor knapp einer Woche beehrten die Australier In Hearts Wake das Gebäude 9 in Köln und stellten neben bekannten Hits auch Songs ihres aktuellen Albums "ARK" (UNFD) vor. Nachdem das Underground in Ehrenfeld als ursprüngliche Konzertlocation ja leider schließen musste, ging es also am 02. November nach Deutz in die Messe nahe ehemalige Industriehalle. Langsam wird's frisch am Rhein und damit weder das Publikum noch die Band frieren musste, gab es mit Gideon aus den USA und dem lokalen Support Up North, der Silent Screams, die relativ kurzfristig passen mussten ersetzte zwei satte Anheizer. Präsentiert wurde der Abend von All Schools und Impericon, veranstaltet von Kingstar Music.

Up North, die gerade einen Deal mit Redfield Digital ergattern konnten und am 10. November ihr Album "Pointless Perfection" veröffentlichen (begleitet von einer Releaseshow im Sonic Ballroom in Köln), spielten auch ihre erst am Tag drauf erscheinende Single "Reds And Whites". Nachdem ich die Band bereits im Mai 2016 live erleben konnte, war es neben dem Wiedersehen umso beeindruckender zu erleben, wie die Band sich seitdem entwickelt hat.

Gideon zogen im Anschluss mit ihrem metallischen Hardcore alle Register und die ersten Karatekids enterten die Tanzfläche - ohne nennenswerte Verluste oder Verletzungen. Bassist Travis Higginbotham, der das aktuell nur aus drei Personen bestehende Konstrukt live begleitet zog auch dann und wann gerne nach und trat unkontrolliert in die Luft während der Songs. Die Lücke, die Liferuiner seit dem "NOMADS"-Release und ihrer unerklärlichen Stille seitdem hinterlassen haben, konnte das Quartett aus Alabama gut füllen. Und auch die Temperaturen stiegen, so daß sich Shouter Daniel McWhorter zur Mitte des Sets hin seine dicke Tarn-Winterjacke auszog.

Nach den zwei soliden Warmup-Acts betrat dann zum Finale der Headliner In Hearts Wake die Bühne und die Jungs sprühten von Sekunde 1 an nur so vor Sympathie. Ich war extrem positiv überrascht, auch wenn ich sie bereits mit The Amity Affliction vor einigen Jahren im Underground sehen konnte und eher gute Erinnerungen an den Abend hatte. Musikalisch auf den Punkt an den Instrumenten wie auch an beiden Mikros von jeweils Shouter/Bassist Kyle und Shouter Jake, dazu eine unterhaltsame Show mit viel Bewegung, Interaktion mit dem Publikum und einer abschließenden Reise im Gummiboot über die Köpfe der Fans hin zum FOH, um im "Capture The Flag"-Stil mit einer "SS Humanity" beschrifteten Flagge wieder zurück zur Bühne zu "schwimmen". Das Publikum befolgte (frei)willig alle Anweisungen vom Circle Pit bis zur Wall Of Death, sang und schrie die Textzeilen der Truppe aus Byron Bay inbrünstig mit. Ein wahrhaftig gelungener Abend, der überraschend viel Spaß gemacht hat und auch über den Frust der Absage von Silent Screams locker hinwegtrösten konnte.

Alle Photos findet ihr hier bei Facebook:

➡ In Hearts Wake ➡ Gideon ➡ Up North @ Gebäude 9, Köln, 02.11.2017 © 2017 www.quintenquist.com - Please tag this...

Posted by Quinten Quist Konzertphotographie on Mittwoch, 8. November 2017

Für Time For Metal hab ich mal über den Tellerrand geschaut und wollte mich live davon überzeugen, ob die Komponisten - Dragonforce - des Endgegner-Songs der dritten Guitar Hero-Ausgabe auch das halten können, was sie versprochen haben. Als Support gab's ein "Fabel-haftes" Adventure Metal-Konzept mit dem Namen Twilight Force aus Schweden, deren Sänger sich just verabschiedet hatte und vom Sabaton-Gitarristen Tommy ersetzt wurde.

Dragonforce + Support am 23.10.2017 in der Essigfabrik, Köln

Diesen Oktober also sollten sie stattfinden, die Nachholkonzerte der britischen The One Hundred, die im Juni ihr neues Album "Chaos & Bliss" via Spinefarm Records veröffentlichten. Mit im Gepäck haben sie am heutigen Montag für die Gäste im Blue Shell die ebenfalls aus England stammenden Bad Sign, die dem ein oder anderen bereits durch ihre Support-Slots für Black Peaks oder Hacktivist im benachbarten MTC bekannt sein dürften. Und auch die Band um Sänger Joe Appleford hat eine neue Platte draußen, die auf den Namen "Live & Learn" hört und via Basick Records erschien.

Das erste Mal hörte ich von The One Hundred übrigens durch ihr Iggy Azalea-Cover "Black Widow". Das liegt nun aber drei Jahre zurück und die Jungs haben die Nummer auch nicht mehr auf ihrem Zettel. Macht aber nichts, denn die neuen Songs können ebenso überzeugen.

Los geht's um kurz vor 21:00 Uhr dann aber erstmal mit einer satten Portion Alternative Groove-Rock von Bad Sign. An den Drums sitzt heute ausnahmsweise jobbedingt nicht Kevin, sondern Lewis von der britischen Band Press To MECO. Sänger Joe befindet sich gerade im "Sober October" und sammelt mit seiner Abstinenz, die ihm mehrfach betont in Deutschland wegen des "besten Biers der Welt" besonders schwer fällt Gelder für die Krebsforschung (sein angepeiltes finanzielles Ziel hat er übrigens erreicht). Musikalisch möchten die drei Herren heute nicht 100% zum Sound von The One Hundred passen, aber das Publikum scheint die Show dennoch zu begrüßen. Wer die Jungs bereits gesehen hat weiß, daß sie auch als Trio gut Abriss feiern können und das äußert sich in Spaziergängen durch's Publikum oder gar einem Tänzchen auf dem Tresen der Bar am anderen Ende des Clubs. Gitarrist Jonathan lässt ebenfalls gerne seinem heimlichen Punkrock-Ich freien Lauf und springt in hohen Sätzen über die Bühne. Der erwähnte Aushilfsdrummer Lewis macht seinen Job sehr gut, Joes Stimme kann auch ohne Hopfen-Schleier überzeugen. Die Zeit reicht sogar für eine Bro-Fist für den jüngsten Gast des Abends, geschätzte 10 Jahre jung, der mit seinem Vater(?) links am Rand die Show verfolgt. Gelungene Performance, erwartungsschürendes Warm-Up.

Gegen kurz nach halb Zehn betreten dann die musikalisch irgendwo zwischen Grime, HipHop, Rock und Punk angesiedelten The One Hundred die Bühne und es wird etwas kuscheliger vor der Bühne. Sänger Jacob trägt einen mutigen Haarschnitt, seine drei Mitstreiter haben sich seit der Show zusammen mit Don Broco kaum verändert. Publikumsnähe wird heute im kleinen Blue Shell großgeschrieben, anders als noch im Luxor, wo sie ein Graben von den Gästen trennte. Der Frontmann hält heute allerlei Tanzeinlagen für das Publikum bereit, singt und shoutet sich durch ein vielfältiges Set aus neuen und alten Songs. Und die Menge kann beinahe durch die Bank alles mitsingen. Apropos Menge: Wo es andernorts nervigen "Circle Pit!"-Ansagen bedarf, erledigen die Gäste heute jene Formation sowie Walls of Death von ganz alleine. Was für ein Gewusel :). Ein ambitionierter Teilnehmer animiert Umherstehende gar, ihn bei seiner Crowdsurfing-Aktion zu (unter)stützen - mit Bravour. Es werde keine echte Zugabe geben, sondern man bliebe einfach stehen, würde sich wieder umdrehen und den letzten Song spielen, teilen die Herrschaften sympathisch mit. Gen Ende betreten Jacob und Bassist Phil auch den Publikumsraum und zocken inmitten der Masse.
Nach der Show nehmen sich die Jungs auch noch Zeit für Photos und Autogramme mit den Fans am Merch-Stand.

Abschließend betrachtet war es ein runder Abend, trotz der musikalischen Differenzen, die aber alleine durch die Shows beider Bands kaum ins Gewicht fielen und für gute Unterhaltung sorgten. Keine Propeller-Kids, dafür freundliches und rücksichtsvolles Rumgeschubse mit Spaßgarantie. So können Konzerte gerne öfter sein.

Hier findet ihr die Photos der Show:

➡ The One Hundred ➡ Bad Sign @ Blue Shell, Köln, 16.10.2017 © 2017 www.quintenquist.com - Please tag this page/credit me...

Posted by Quinten Quist Konzertphotographie on Donnerstag, 19. Oktober 2017