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1995...in diesem Jahr habe ich Mr. Mike Patton das erste Mal live und in Farbe auf der Bühne gesehen - in Belgien beim Axion Beach Festival in Zeebrugge. Es folgten Shows im Bürgerhaus Stollwerck in Köln, dem Area 4 Festival...und nun am 16. Juni 2018 ergab sich die Chance in neuer Konstellation mit seiner Eminenz Dave Lombardo (Ex-Slayer) unter dem Schirm Dead Cross. Also hin da! Das italienische Duo ZEUS! machte gut Alarm im Vorfeld, bevor die Presse zum Hauptact aus der Menge gescheucht wurde, weshalb die Photos leider recht einseitig ausfallen. Dennoch viel Spaß mit dem Bericht für Time For Metal.

Dead Cross + Support am 16.06.2018 im Gloria, Köln

Nicht genug der Genre-Koryphäen in dieser Woche. Auch Thrice statteten der LMH in Köln einen Besuch ab und ob die Herrschaften bereits ein bißchen Punkrock aufgesogen haben seit ihrem kürzlichen Wechsel zu Epitaph Records, lest ihr in meinem Bericht für Time For Metal.

Thrice + Support am 12.06.2018 in der Live Music Hall, Köln

Vergangenen Montag waren die mächtigen Killswitch Engage in der Kölner LMH zu Gast und vor dem Hintergrund der Stimmband-OP von Sänger Jesse Leach war das gar nicht mal so selbstverständlich. Ob der Umstand Einfluss auf die Performance hatte, könnt ihr in meinem Artikel für Time For Metal nachlesen inkl. der Bildergalerie des Abends, an dem eine Lava-Dusche noch erfrischender gewesen wäre, als die Luft in der Halle^^.

Killswitch Engage + Support am 11.06.2018 in der Live Music Hall, Köln

Am 14. Mai 2018 waren Movements endlich zu Gast in der Domstadt, genauer gesagt im MTC auf der Feiermeile Zülpicher Straße. Zusammen mit Paerish aus Paris war - nimmt man ihr aktuelles Album "Feel Something" als Referenz - ein eher zwar mitreißender, wenngleich gedrückter Abend zu erwarten. Und natürlich sollte es anders kommen. Nachdem Paerish mit ihrer klarer strukturierten Slacker-Emo-Indie-Variante von Pavement (na, wer kennt sie noch?) den zu ca. 4/5 gefüllten Club auf den Headliner vorbereitet hatten und unter den meist jungen Gästen nicht nur Achtungsapplaus ernteten, wendete sich das Blatt und das Publikum eskalierte bei den vier Herren aus Orange County ohne Vorwarnung. Crowdsurfer bei jedem Atemzug, alles drängte nach vorne zur vlt. 40cm niedrigen Bühne. Und die Temperaturen stiegen - massiv. Es wurde lautstark gemeinsam mitgesungen und gelitten, als verbänden sich Band und Fans zu einer einheitlichen Masse.

Die meisten Songs des Abends sollten vom aktuellen Album stammen, was ich persönlich sehr begrüßte, gehört es doch zu den Top 15 des Jahres 2017 für mich. Interessanterweise wurden den gesamten Abend über immer wieder "Protection!"-Rufe laut. Die Einstandssingle zum Label-Signing mit Fearless Records wurde dann auch gen Ende des Sets zum Besten gegeben. Von einer Zugabe (es sei einfach nicht ihr Ding...sympathisch und bei Boysetsfire fand ich diese Geste immer schon ehrlicher, als eine Minute die Bühne zu verlassen und dann toootal überrascht wiederzukommen) und überhaupt viel Konversation sahen Patrick, Ira, Spencer und Austin während der ca. 50 Min. ab, was den Abend nicht weniger persönlich machte.  Auch ohne viel Show der Vier war das, was Movements hier gebracht haben so wie Patricks gesangliche Leistung: perfekt.

Hier geht's zu den Bildern.

➡ Movements ➡ Pærish @ MTC Köln, 14.05.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this page/credit me when you're...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Mittwoch, 23. Mai 2018

Was für ein Tag! Seit der 2009er Emo(core)-Übershow von Taking Back Sunday, Underoath, Thursday und Emery gab es wohl kaum ein so gezielt ausgewähltes Festival-LineUp, wie beim Galaxy Camp, das in der Domstadt gastiert und die alten Hasen und Newcomer des Pop-Punk - mit experimentellen Ausbrüchen nach links und rechts, oben und unten - vereint.

Im Detail sollte das bedeuten: Stand Atlantic aus Australien, WOES aus UK, Broadside aus den USA, Can't Swim aus den USA, WSTR aus UK, Trash Boat aus UK sowie Knuckle Puck und State Champs aus den USA traten an, auf vier Shows in Deutschland und der Schweiz feinsten modernen Pop-Punk zu zelebrieren. Am 19. Mai stand die Kölner Essigfabrik, organisiert von Positive Records und Wizard Promotions, auf der Liste und sie erschienen in Scharen. Knapp ausverkauft drängten sich vmtl. um die 1.000-1.200 Gäste nahezu allen Alters ab 16:00 Uhr durch die Eingangstore. Für das leibliche Wohl sorgte das Dortmunder Catering Doppeltsolecker.

Und da ich von 17:00 - 23:00 Uhr beinahe pausenlos mit zwar lediglich zwei Aufgaben - nämlich Stagediver*innen ab-/auffangen und weiterschieben im nicht vorhandenen Pressegraben sowie Photographieren - beschäftigt war, diese aber umso aufmerksamkeitsintensiver waren, lasse ich lieber die Bilder anstatt Worte sprechen. Denn die Sprache hat mir das Festival eh verschlagen - im positiven Sinne.

Anzumerken sei dennoch, daß alle Bands durchweg eine überraschend gute und überzeugende Performance abgeliefert haben (beim Melodiegesang kann sich so manche Metalcore-Band mit Clean-Vocals eine Scheibe abschneiden), die Künstler keine Scheu hatten, auf Tuchfühlung (im wahrsten Sinne...nehmen wir z. B. den Sprung von Trash Boats Tobi ins Publikum, um dort weiterzusingen) mit den Fans zu gehen, das Publikum ab Sekunde 1 bis zum Ende Vollgas gegeben hat, dabei immer freundlich und rücksichtsvoll im Umgang miteinander schien (abgesehen von einer Situation, bei der ich einen Idioten sah, der meinte, mit den Füßen voran von der Bühne springen zu müssen...Arschbomben gehören ins Schwimmbad) und den Bands kaum Raum auf der Bühne ließ, so oft wie von dort zum Stagediving angesetzt wurde, die reibungslose Orga (jeweils 15 Min. Umbau sauber durchziehen bei acht Bands ist schon beachtlich), der Sound im Allgemeinen und Lachen und gute Laune an jeder Ecke.

Herausragend waren für mich die Auftritte von Trash Boat (neue Single "Shade"), Can't Swim und Stand Atlantic. Alles in allem hat das Festival für die erste Ausgabe die Messlatte schon recht hoch angesetzt, sollte es - was ich doch schwer hoffe - eine Wiederholung im kommenden Jahr geben. Hut ab, Galaxy Camp!

Hier geht's zur Galerie bei Facebook.

➡ STATE CHAMPS ➡ Knuckle Puck ➡ Trash Boat ➡ WSTR ➡ Can't Swim ➡ Broadside ➡ Woes ➡ Stand Atlantic @ Essigfabrik Köln,...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Donnerstag, 24. Mai 2018

Am gestrigen Samstag beehrten gleich drei verschiedene skandinavische Nationen den Jungle Club in Ehrenfeld, Köln. Aus Norwegen, Schweden und Dänemark waren Ghost Iris (aktuelles Album "Blind World" via Long Branch Records), Awake The Dreamer und Fight The Fight angereist, um auf ihrer "Scandinavian Invasion" Tour den Keller des Clubs ordentlich umzukrempeln. Alle Photos findet ihr hier bei Facebook.

Scandinavian Invasion Tour 2018➡ GHOST IRIS ➡ Fight The Fight ➡ Awake The Dreamer @ Jungle Club Köln, 21.04.2018 © 2018...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Sonntag, 22. April 2018

Vergangenen Montag war ich bei Evanescence in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle. Die Band lud zum symphonisch-elektronischen Abend, um ihr aktuelles Album "Synthesis" (BMG) und weitere Songs unterstützt von einem Klassikorchester live zu präsentieren.

Und ohne zuviel vorab zu verraten: Ich habe mehr erwartet. Eine 5.000 Personen-Halle, nicht die günstigsten Kartenpreise, eine routinierte Rockband mit professionellen Musikern, ein ganzes Orchester samt Dirigentin...viel Klassik, zuwenig Klasse. Aber lest selbst.

Hier findet ihr den Artikel bei Time For Metal.

Irgendwie geht man ja nie so ganz. Und daher war ich Mitte/Ende Februar auf der ersten Show meiner alten Band Samsara Circle, die mit neuem (und großartigem) Bassisten den ersten Gig in neuer Konstellation in ihrer Heimat, genauer gesagt im Spektakulum, bestritten. Mit dabei waren Psychophant (an der Gitarre Mille, ebenfalls Ex-Samsara Circle und bei Korsakow an den sechs Saiten) sowie Insidious.

Und was soll ich sagen...Modern Metal ist lebendiger denn je in Düsseldorf!
Geht mehr auf Konzerte, support your local heros! Alle Bilder findet ihr hier bei Facebook.

Da ist er also gekommen, der 50. und letzte Tag (bzw. die letzte Show) der "Eskapist Tour" von The Hirsch Effekt. Und diese Mammut-Reise geht ausgerechnet in Düsseldorf und nicht gar in der Heimatstadt der Paarhufer - Hannover - zu Ende. Freude! Es ist meine dritte Show der Tour (und ich glaube, mein fünftes Konzert der Band insgesamt) und die Vorfreude groß.

Präsentiert von VISIONS, FUZE, SLAM, MORECORE, PRETTYINNOISE, FRITZ-KOLA und IMG Stageline hat der lokale Veranstalter Beer & Music diesen für die Landeshauptstadt musikalisch eher untypischen "Geheimtipp" (nach der Reise sollte sich das nun auch endgültig erledigt haben) in die altehrwürdige Punkzentrale der Altstadt Stone im Ratinger Hof geholt und meine Befürchtung, daß sich die oft zitierte und viel zu selten bewahrheitete "Rockcity" Düsseldorf bedeckt halten wird, widerlegte sich dann im Laufe des Abends aber überraschend und zum Glück. "Indielectropostpunkmetalmathcore" klappt also auch bei uns. Hervorragend.

Mind Like Hurricanes sind als Support wegen Krankheit leider zurückgetreten und Ancorae aus Monheim sind spontan für sie eingesprungen. Um 20:30 Uhr geht's dann los und Ancorae steppen hochmotiviert auf die Bühne, die Erfahrung aus diversen Live-Shows z. B. im Musikbunker Aachen, der Kölner Essigfabrik oder dem The Tube in der Altstadt im Gepäck. Die Vier um Sänger und Gitarrist Joe Sila präsentieren musikalisch und showtechnisch (Thrash)Metal(core) der Kategorie Trivium/Bullet For My Valentine und haben als Überraschung auch ihre aktuelle Platte "My Origin" erstmals als physischen Tonträger mit dabei. Solides Set und souveräne Einstimmung auf den Headliner.

Gegen 21:25 Uhr geht's dann weiter mit den Hirschen. Wie gewohnt und ein Muss ertönt "Like A Bridge Over Troubled Water" von Simon and Garfunkel als Intro und gerade heute treibt es einem die Gänsehaut auf die bebende Unterlippe. Moritz, Nils und Ilja machen am heutigen Abend wie gehabt keine Gefangenen. Soviel Energie und das nach 49 Shows. Und auch das Publikum versucht sich eingangs an einem Moshpit, erkennt aber schnell, daß die Polyrhythmik der Songs nicht sonderlich gut dazu geeignet ist, um sich durch den Laden zu schubsen. Mir soll es recht sein, kann ich die Musik der Drei so deutlich entspannter genießen. Wir sind ja keine 20 mehr^^.

"Einen schönen Club habt ihr, die Bühne ist ja schon...ziemlich klein." Der Vorschlag, daß sie einfach im Publikumsraum spielen und wir uns auf die Bühne stellen wird schnell verworfen. Aber trotz der Bühnendimensionen hält nichts Nils auch nur eine Sekunde an seinem Platz und auch Ilja wagt des Öfteren den Schritt auf den Egoriser mitsamt integrierter und beleuchteter Nebelkanone. Und auch Mo(ritz) nutzt gerne sein gesamtes Körpergewicht, um der Bassdrum nach einem Sprung in die Luft einen extra Kick mitzugeben.

"Jetzt kommt ein neuer Song, irgendwas mit 'X'...ich kann es selbst gar nicht aussprechen...Xaver." Und dann folgt - wer hat es erahnt? - die Kleinbürger-Prokrastinationshymne "Xenophotopia". Und an Ansagen spart die Band auch nicht. Nils merkt an, daß er sich gar nicht sicher sei, ob er heute Abend schon was gesagt habe (da Ilja eingangs die Kommunikation übernommen hat) und er blickt auf die zurückliegende Tour zurück mit den Worten "Moritz und ich hatten eine Menge Spaß. Und Ilja war auch dabei.". Ansagen wie diese bringen natürlich extra Sympathiepunkte, denn so ernst die Texte der Songs sind und so professionell und penibel die musikalische Umsetzung der studierten Musiker, so bodenständig und publikumsnah sind sie geblieben. Das ist die Mischung, die diese Band so besonders und liebenswert macht.

Hits wie "Berceuse" oder den Gänsehautgaranten "Inukshuk" vom aktuellen Album  "Eskapist" sind heute auf dem Speiseplan, ebenso wie massig ältere Nummern. Und das Publikum hat sich nicht zufällig hierher verirrt. Nein, in einem fort werden die Texte lauthals mitgesungen, mitgeschrien, miterlebt. Ein Traum. Der Egoriser scheint Nils irgendwann nicht mehr genug und er erklimmt eine am anderen Ende des Ladens stehende ca. 1,70m hohe Kiste, von der die Gäste schnell die leeren Bierflaschen abräumen, spielt von da mit Blick zur Bühne weiter.

Gegen 22:25 Uhr verlassen die Drei dann erstmals die Bühne. Eine Zugabe spielt die Band noch nach eindringlicher Bitte des Publikums und das Einzige, was heute irgendwie fehlt, ist Mos abschließender Sprung von seinem Drumkit was aufgrund der Deckenhöhe einfach unmöglich ist. Alles in allem ist dieser Abend ein wahrlich würdiger Tour-Abschluss mit vielen erinnerungswürdigen Momenten. Und wer mag kann auch noch kurz mit den Hirschen am Merch-Stand quatschen und sich allerlei Devotionalien signieren lassen, was auch von den Fans dankend angenommen wird.

Leider mussten die Herren relativ zügig wegen der anstehenden Party abbauen und abreisen, was man ihnen nach fast pausenlosem Touren seit Oktober 2017 auch gönnt. Danke und kommt bitte und gerne wieder!

Alle weiteren Photos findet ihr hier bei Facebook:

➡ The Hirsch Effekt ➡ ANCORAE @ Stone im Ratinger Hof, 10.03.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this...

Posted by Quinten Quist Konzertphotographie on Sonntag, 11. März 2018

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Am 19. Januar haben Positive Records und Avocado Booking ein sattes Metalcore-Paket nach Oberhausen geholt. Im Rahmen der "We Are Stronger Than Before"-Tour 2018 gesellten sich Miss May I, Fit For A King, Void Of Vision und Currents ins ResonanzWerk nach Oberhausen. Nach einigen Beamer-Konflikten - das Gerät stellte heute die digitalen Backdrops anstatt der physischen Banner - ging es mit ca. 20 Minuten Verzögerung los. Den Anfang machten die aus Connecticut stammenden Currents, Labelkollegen von Miss May I und mit ihrem aktuellen wirklich hörenswerten Album "The Place I Feel Safest" hatten sie inkl. der Singles "Delusion" und "Apnea" auch mächtig Munition im Gepäck.

Nachfolgend übernahmen die Australier von Void Of Vision, die via UNFD eine respektable EP namens "Disturbia" vorgelegt haben, die es an diesem Abend unters Volk zu bringen galt. Überzeugende Leistung und hoffentlich nicht die letzte Show der Herrschaften aus Melbourne. Wer wollte, konnte sich anschließend noch die limitierte Vinyl am Merchstand besorgen. Als dritte im Bunde überbrachten Fit For A King die frohe Kunde. Die Texaner schienen heute Abend das größte Interesse beim Publikum zu wecken und die äußerst Breakdown-lastigen Songs wirkten wie Marionetten-Bindfäden an den unkontrolliert umherschwirrenden Gliedmaßen der Gäste. Vielleicht sahen sich einige aber auch durch die unaufhörlichen Sprünge von Bassist Tuck animiert, eine ähnliche Energie aufzubringen. Als Gast betrat dann noch Levi Benton, Sänger des Headliners die Bühne und gab sein Bestes im Duett mit Ryan Kirby.

Vervollständigt wurde der Abend abschließend vom Headliner Miss May I, die mit ihrem Album "Shadows Inside" und dem Titeltrack konstant die Clubs der Welt unsicher machen. Anders als bei allen Support-Acts wird es deutlich ruhiger und aus der Kampfsportveranstaltung entwickelt sich ein echtes Rock-Konzert mit Handy-LED- und Feuerzeug-Momenten, Schlagzeug-Solo (Wahnsinn, was Jerod Boyd da den ganzen Abend abgezogen hat!) und Mitsing-Parts.

Ein runder Abend, der für die Trainingshosen-Fraktion ebenso Unterhaltung bot wie für jene mit zerrissenen Jeans und Kutte. Soviel Einigkeit darf es gerne öfter geben.

Hier geht's zur Photogalerie (oder auf das FB-Logo klicken).

➡ Miss May I ➡ Fit For A King ➡ Currents ➡ Void Of Vision @ ResonanzWerk Oberhausen, 19.01.2018 © 2018...

Posted by Quinten Quist Konzertphotographie on Montag, 5. Februar 2018