Springe zum Inhalt

Diese Woche Montag ging's für mich in die Live Music Hall nach Köln. Zwei großartige Long Branch Records-Bands hatten die Ehre, den Abend beim Nachholkonzert der britischen TesseracT zu eröffnen, die ihre Show am 09. November wg. des liegengebliebenen Tourbusses absagen mussten. Die Photos von Unprocessed (Wiesbaden), The Hirsch Effekt (Hannover) (die beide wie gewohnt eine großartige Show ablieferten) und erwähnten TesseracT - übrigens wiedervereint mit Sänger Daniel Tompkins - findet ihr bei MoreCore.de.

Fotos: TesseracT, The Hirsch Effekt und Unprocessed in Köln (26.11.2018)

Diese Woche rief das Palladium, genauer gesagt Bullet For My Valentine, Of Mice & Men, Nothing More und Shvpes und da mir zwei der Bands noch nicht vor die Linse gesprungen sind, habe ich mich für MoreCore ins Auto gesetzt und bin nach Köln Mülheim gedüst. Wie diese bunte Mischung aus Alternative (Metal), Metalcore und Artverwandtem live ankam, lest ihr im Artikel meines Kollegen Jonas auf morecore.de.

Live bei: Bullet For My Valentine, Of Mice & Men und mehr in Köln

Für MoreCore.de ging's am Dienstag ins gemütliche MTC, ein Déjà-vu quasi, denn die Black Peaks scheinen Gefallen am dunklen Keller auf der Zülpicher Straße gefunden zu haben, so gastierten sie bereits vor 1,5 Jahren hier und 2015 starteten sie gar die Reihe an selbigem Ort. Dieses Mal dabei: Tusky (fast ausnahmslos John Coffey-Mitglieder) und die Pariser The Prestige. Wie's im Detail war und vor allem, wie das Ganze aussah, findet ihr auf der MoreCore-Website. Viel Spaß.

Live bei: Black Peaks, Tusky und The Prestige in Köln

Vergangenen Donnerstag ging's für mich bereits zur zweiten Clubshow von Movements in diesem Jahr. Nach ihrer Show im MTC in Köln konnte ich einfach nicht widerstehen - zumal sie von I The Mighty begleitet wurden, deren aktuelles Album "Where The Mind Wants To Go / Where You Let It Go" sich seit Monaten in meiner Playlist hält. Als dritte im Bunde haben sich kurzfristig Modern Error aus UK angekündigt.

Der Opener, der scheinbar aus Mitgliedern von In Archives besteht kann bisher die zwei 2-Track EPs "Buried And Blue" und "Blackout Poetry" vorweisen. Und sie standen auf der Härteskala mit ihrem Melodic Hardcore an der Grenze zum Post-HC ganz oben an diesem Abend - auch wenn ihnen noch ein Bassist zu fehlen scheint (oder jener nicht mit auf die Tour fahren konnte). Das Quartett aus Peterborough gab mächtig Gas, überzeugte voll und ganz und ließ einige erstaunte Gesichter zurück. Und ich hoffe, sie haben noch eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden für sich und die zwei Crewmitglieder.

I The Mighty, die für Movements alte Freunde sind und diese damals auf ihre erste US-Tour mitnahmen waren als nächste an Reihe. Songs aus drei Alben spielten Brent Walsh und Co. - und auch wenn es ungefähr so sinnlos ist, wie sich beim DJ einen Song zu wünsche, so fehlten mir auf der Setlist "The Frame III: Sirocco", "Sleepwalker" und "Where The Mind Wants To Go". Das Publikum schien es nicht zu stören, da sich die ersten Crowdsurfer im flach gebauten Club auf den Weg machten. Die Band zeigte sich positiv überrascht über das gute Feedback seitens der Gäste und es bleibt zu hoffen, daß sie sich in naher Zukunft nochmal nach Deutschland verirren.

Movements, einst auch über das Artist Hub Dreambound bei Youtube einem breiteren Publikum bekannt geworden und anschließend einen Deal mit Fearless Records ergattert beschlossen den Abend. Wie genau Patrick Miranda und Co. es schaffen, daß sie trotz der Viererbesetzung so gewaltig klingen bleibt mir ein Rätsel. Ihre Mischung aus Post-HC und Spoken Word-Fragmenten, die natürlicher als Being As An Oceans Joel klingen und weniger gehetzt als La Disputes Jordan begeistert mich immer wieder. Mirandas Zurückhaltung ist irgendwie sympathisch, so klammerte er sich energisch an den Mikroständer während der gesangsfreien Parts, hielt aber im letzten Moment dann immer inne, wenn man erwartete, daß er diesen zu Boden werfen könnte und kehrte in seine Aura zurück - um es einfach irgendwie beschreiben zu können. Gitarrist Ira George nutzte mit versteinerter Miene den ihm zur Verfügung stehenden Raum hingegen gänzlich aus. Und das taten auch die Crowdsurfer im Publikum, die einfach eine neue Etage im Raum eröffneten.

Die Setlist bestand - natürlich - zum größten Teil aus Songs des grandiosen Debüts "Feel Something". Einzig "Protection", die Nummer, mit der sie einst das Label auf ihre Seite zogen fehlte, den die Band zum Glück in Köln zum besten gab (was jetzt nur ein schwacher Trost für die Gäste vergangenen Donnerstag sein mag). Die Ankündigung, daß Zugaben nicht ihr Ding seien schien für viele unverständlich, aber wie auch in Köln blieb die Band ihrem Prinzip treu. Und mal ehrlich: Wer braucht so einen Rock 'n Roll-Bullshit? Man spielt, was man hat oder kann und eine gekünstelte "Oh, da sind wir wieder"-Theatervorführung ändert nichts zum Positiven bei einem eh schon phantastischen Konzert.

Alle Photos findet ihr hier bei Facebook.

➡ Movements ➡ I the Mighty ➡ Modern Error @ ROTUNDE - Alter Katholikentagsbahnhof, 18.10.2018 © 2018...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Sonntag, 21. Oktober 2018

Vergangenen Montag, den 14. Oktober ging's für Time For Metal ins Kölner Palladium zu etwas Altem und etwas Neuem: Three Days Grace, seit 1997 umtriebig und verantwortlich für Hits wie "I Hate Everything About You" sowie die Durchstarter Bad Wolves beehrten die Domstadt und das muss natürlich dokumentiert werden.

Three Days Grace + Support am 14.10.2018 im Palladium, Köln

Vergangenen Montag (08.10.2018) beehrte die japanischen Electro-Core-Walze Crossfaith die Domstadt, im Gepäck Blood Youth und Normandie. Während der rastlose Headliner, der 2018 bereits die "Wipeout"-EP sowie 2017 die "Freedom"-EP (mit einem Feature von Rou von Enter Shikari) veröffentlichte und ganz frisch sein neues Album "Ex-Machina" dabei hatte, mussten sich die Fans von Normandie noch gedulden, da deren neues Album "White Flag" erst am 26. Oktober erscheint - und auch Blood Youth bisher nur die neue Single "Starve" präsentieren können.

Noch wenige Tickets an der Abendkasse standen vor 19:00 Uhr schon etliche Gäste in einer 20m langen Schlange vor dem Einlasspunkt. Seit dem großen Ehrenfelder Clubsterben ist das Gebäude 9 auf der Schäl Sick die Anlaufstelle für Konzerte aller "Core-leur" (Verzeihung) geworden.

Den Anfang machten Normandie und Sänger Philip Strand begrüßte das Publikum mit der Flasche Whiskey in der Hand. Ok, auf geht's. Musikalisch erinnerten mich viele Teile des Sets an Hands Like Houses, ohne daß die Schweden wie eine kopie klängen. Philip scheute die Nähe zum Publikum nicht, lächelte aus nächster Nähe in die Linsen der Smartphones, auf denen einige Gäste Momente der Show auf Video aufnahmen (und trotzdem Spaß dabei hatten) und wanderte von rechts nach links und zurück. Sehr sympathisch, fannah und beherzt - top Start des Abends.

Weiter ging's mit Blood Youth, die ich zuletzt als Support von Prophets Of Rage erleben durfte. In der Mitsubishi Electric Halle noch etwas verloren wirkend hatte die zum Quartett  herangewachsende Band mit Matt Hollinson aka Big Les am Bass an ihrer Performance gearbeitet und Sänger Kaya nutzte den Raum auf der Bühne. Mitten im Set kurz Aufruhr - nach wenigen Sekunden brach die Band einen Song ab. Ein Gast schien zu Boden gegangen zu sein und der Sänger sorgte sich um dessen Wohl. Nach einigen Rückfragen Entwarnung. Und die Bitte "We want you to run into each other - likes friends.". Deutlich härter als Normandie ebneten Blood Youth dem Headliner den Weg, auch mit Songs, die via "This is for the Hardcore-Kids" angekündigt wurden. Kaya sprang zum Abschluss noch ins Publikum und ließ sich auf Händen zurück auf die Bühne schieben. Man darf gespannt auf's neue Album sein.

Gegen 21:45 Uhr wüteten dann Crossfaith zum Einmarsch-Technobeat gen Bühnenposition. Das Quintett war zur Tour um einen weiteren Gitarristen verstärkt worden und es wurde eng auf der kleinen Fläche, nicht allein wegen der Synthesizer. Dank der Egoriser konnte jedoch jeder mal "frische" Luft schnappen. Und die Menge tobte. Außer To The Rats And Wolves, Eskimo Callboy oder den frühen His Statue Falls fallen mir spontan wenig vergleichbare musikalische Acts ein, die Elektrobeats mit Metalcore so verbinden, wie es die Japaner tun. Die Halle wandelte sich zu einer großen Party und die Anwesenden taten es der Band gleich - ausrasten. Und das an einem Montag.

Alle Photos findet ihr hier bei Facebook.

➡ Crossfaith ➡ Blood Youth ➡ NORMANDIE @ Gebäude 9, 08.10.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this page/credit...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Freitag, 12. Oktober 2018

Passend zum Release ihres aktuellen Albums "Proper Dose" sind The Story So Far aktuell auf Promo-Tour und haben hierzu die mächtigen Citizen sowie All Get Out im Gepäck, die am 02. November diesen Jahres ebenfalls ihr neues Album "No Bouquet" (Equal Vision) veröffentlichen.

Los ging's mit dem deutschen Ableger der Tour am Dienstag in Köln im ausverkauften Gebäude 9, einem der wenigen verbliebenen mittelgroßen Venues der Domstadt, die Clubatmosphäre versprechen. Zeitig starteten All Get Out, die laut Facebook-Bio nur aus Nathan Hussey (Gesang und Gitarre) sowie Kyle Samuel (Gitarre) bestehen. Auf einen Bassisten sowie einen Drummer verzichtete man aber dennoch nicht. Irgendwo zwischen gemäßigten Thrice und Moose Blood würde ich den Sound des Duos ansiedeln. Kyle Samuel, der auch als Session- und Live-Gitarrist arbeitet und der Country Music-Szene Texas' verbunden ist, hatte sichtlich Spaß daran, live zu spielen und man sah ihm seine Routine (auch aus Shows mit seiner früheren Band The Rocketboys, die bereits für Twenty One Pilots den Opener mimten) deutlich an.

Als nächstes durften Citizen ran. Die Band hat auf der aktuellen Tour ihr 2017er "As You Please" (Run For Cover Records) im Gepäck, eines der für mich besten Alben des Jahres. Und schlagartig wurde es unruhiger im Publikum. Neben Songs des erwähnten Albums fand sich auch die Post-HC Hymne "Sleep" auf der Setlist wieder und die ersten Crowdsurfer riefen zum kollektiven Wettspringen während des mitreißenden Sets. Sänger Mat, dem seine Fitness deutlich anzusehen ist hielt dann und wann auch bereitwillig das Mikro ins Publikum, um dem geneigten Fan seine five seconds of fame zu ermöglichen.

Der Headliner The Story So Far gab anschließend 15 Songs von vier Alben zum Besten und im Publikum gab es kein Halten mehr. Ohne Graben vor der Bühne und Security hatten die Gäste es leicht, die Bühne entweder selbst zu erklimmen oder bodysurfend dort aufzuschlagen. Abgesehen von einem fragwürdigen Sprung mit den Knien voran, einer blutigen Nase durch einen Ellbogen und einem umgefallenen Mikrophon (mehr fiel mir nicht auf) lief der Abend aber überraschend human ab. Sänger Parker Cannon, der gemütlich gekleidet in Oasis-Manier am Mikro verweilte erzählte zwischendurch kleinere Geschichten, auch, daß sie aus ungewöhnlich großen Gläsern Bier getrunken hätten. Tja, und das trotz der niedlichen 0,2l Gläser der Domstadt ;). Für die Show vor der Bühne sorgte das Publikum selbst, indem sich einige der Gäste um einen freie Fläche inmitten des Raums kümmeren, die dann auf eine undefinierbare Zählzeit kollektiv durch den pogenden Mob wieder besetzt wurde.

Alle Photos findet ihr hier bei Facebook:

➡ The Story So Far ➡ Citizen ➡ All Get Out @ Gebäude 9, 25.09.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Donnerstag, 27. September 2018

 

Weitere Photos findet ihr in Kürze auch bei MoreCore.de, photographiert von meiner Kollegin Julia.

Nach langen 16 Jahren ging's für mich dahin zurück, wo ich Incubus das zweite Mal (nach einer heißen und aggressiven Show im damaligen Luxor, bevor es Prime Club und dann wieder Luxor hieß) sehen konnte, und zwar ins Palladium nach Köln. War es mir wichtig, den Bericht für Time For Metal nicht zu subjektiv zu verfassen, kann ich hier anmerken, daß die Musiker zwar nichts verlernt haben, aber scheinbar doch einiges vergessen. Nicht ein Song der Alben vor 1999 wurde gespielt, was angesichts des Meilensteins "S.C.I.E.N.C.E." eine Schande ist. Was sich das Management der Band zudem für krude Schikanen für die Photographen ausgedacht hat, trübte den Abend zusätzlich. Dennoch: Nice To Know You und hier sind die Bilder und der Bericht, soweit es ging auch über den Supportact Ecca Vandal:

Incubus + Support am 28.08.2018 im Palladium, Köln

Vergangenen Mittwoch ging es bei Außentemperaturen von 37° ins MTC nach Köln zu den phantastischen Pianos Become The Teeth und L'avare, die als lokaler Support den Abend eröffneten, präsentiert von x-why-z Konzertagentur und Cold Life Entertainment.

Los ging's zeitig gegen 20:30 Uhr und der Club, der von nun an in diesem Artikel als Saune deklariert wird war zu dem Zeitpunkt auch bereits gut gefüllt. L'avare erwiesen sich als unerschrockene Profis und trotzten den dschungelhaften Temperaturen samt Luftfeuchtigkeit, durch die man mit einer raschen Bewegung ein leeres Glas hätte mit Flüssigkeit füllen können. Aber wer will das schon...Musikalisch boten die Fünf aus Köln sympathischen, emotionalen und soliden Post-HC/Screamo mit Spoken Word-Fragmenten, der mich an alte Movements erinnerte.

Zur Pause verließen bestimmt 2/3 den Laden, um irgendwo auf der Zülpicher Straße Frischluft zu finden - was sich auch nicht sooo einfach gestaltete. Um 21:20 Uhr betraten dann Pianos Become The Teeth den Saunaraum. Der Fünfer aus Baltimore hatte sein aktuelles Album "Wait For Love" (Epitaph Records) im Gepäck und spielte auch ausnahmslos neuere Stücke, die durchweg auf den zerbrechlichen Gesang von Frontmann Kyle ausgerichtet waren. Im Klartext heißt das, fünf Stücke des 2014er "Keep You" und fünf Stücke des 2018er "Wait For Love" sowie die Single "Hiding" von 2013. Leider fand kein Song des großartigen "The Lack Long After" den Weg auf die Setlist. Angesichts der gesanglichen Weiterentwicklung der Band kann man ihnen hier aber keinen Vorwurf machen. In das knapp 60-minütige Set hätte ein alter Song vielleicht auch nur unnötige Unruhe gebracht.

So konnten alle Mitschwitzenden stillstehend genießen, was Kyle & Co. in schummrigem Licht (Liebes MTC, bitte bitte nutzt doch die LED-Beleuchtung wie ihr es früher getan habt. Vielen Dank. Ein Photograph) darboten. Außer "Thank you." zur Mitte des Sets gab es auch keinerlei Interaktion mit der tropfenden Masse. Und auch nachdem der letzte Song verklungen war, ließ die Band lange auf sich warten, um dann doch nur durch Drummer David Haik einige wenige Danksagungen aussprechen zu lassen und die Hoffnung auf eine Zugabe zu ersticken.

Dennoch war es ein phantastischer Abend, an dem das Klima für die Hitze gesorgt hat, die durch die eher ruhige und zurückhaltende Songauswahl, die sich im Auftreten der Band widerspiegelte akustisch und showtechnisch ausblieb.

Alle Bilder findet ihr hier als Galerie bei Facebook.

➡ Pianos Become The Teeth ➡ L' avare @ MTC Cologne, 07.08.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this page/credit...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Samstag, 11. August 2018

Am 09. Juli erlebte das Stone im Ratinger Hof in der Düsseldorfer Altstadt dank Beer & Music die volle Ladung (90er) Crossover, denn nebst den Schweizern Rapmetal-Durchstartern Mindcollision hatten sich Crazy Town und Hed PE angekündigt.

Das Kollektiv aus dem Schweizer Kanton Zug machte den Anfang und erweiterte die klassische Besetzung um einen Live-DJ (DJ Freddy). Sowas sieht man heute eher selten...und es macht Spaß. Denn zwischen den Songs gab's keine öden Pausen, sondern feinen Oldschool-HipHop. Klanglich vermischten die Herrschaften technisch versiert Elemente, die einen an Architects, Thumb, Hacktivist oder Smash Hit Combo erinnerten. Feine Sache und schön, sowas mal wieder zu hören.

Crazy Town um das einzig verbliebene Mitglied Seth Binzer aka Shifty (mit neuer Band aus Italien bzw. italienischen Wurzeln) traten als nächste an und übertrafen dann doch meine Erwartungen. Immer auf den einen Hit "Butterfly" reduziert zu werden ist sicher keine gute Ausgangslage, aber die Truppe gab alles, glänzte mit einer energetischen Bühnenshow, Publikumsinteraktion und auch Hits wie "Toxic" oder "Drowning". Gitarrist Filippo riss im zweiten Drittel des Sets noch der Gurt von der Gitarre und es dauerte eine Weile, bis dieser mit massenweise Gaffa-Tape an der schönen Fender Telecaster befestigt war. Bassist und Backup-Sänger Hasma, der nebst Gesichtstätowierungen auch mit einer gespaltenen Zunge überraschte brillierte im Limbo mit unsichtbarer Stange oder ninjaesquem Einbein-Spiel. Der hyperaktive Gitarrist Stefano hatte sich kürzlich die Haare blau gefärbt und die Band witzelte, daß er nach der Show als verschwitzter Schlumpf den Raum verlassen würde. Einen neuen Song spielte die Band auch noch und dafür, daß Shifty ihn angeblich noch nicht kannte oder konnte, lief die Sache recht rund.

Der Headliner Hed PE trat dann mit etwas Verspätung wegen der Reparaturarbeiten an Filippos Gitarre an. Shouter und Gründer Jared, wie Shifty ebenfalls das einzige verbliebene Mitglied der Band-Ursprungsbesetzung hatte drei weitere Musiker um sich geschart. Drummer Jeremiah Stratton aka Trauma saß in seinem Kiffershirt leider den gesamten Abend quasi im Dunkeln, weshalb es keine Photos von ihm gibt. Der mir unbekannte Gitarrist, der deutlich nach Metalanhänger aussah übernahm auch die Backup-Vocals nebst Bassist Kurt aka Kid Bass, der mit seinem Fünfsaiter einen satten Klangteppich knüpfte.

Die Songs wurden teilweise neu interpetiert und - festhalten - mit einer Melodica entweder eingeleitet, begleitet oder ausgeleitet - oder alles zusammen. Für die, denen das nichts sagt: Eine Melodica ist ein Tasteninstrument, das mittels Atemluft über einen Schlauch zum Klingen gebracht wird. So konnte die Band bekannte Samples einfach "transponieren", was dem Set einen satten Raggae-Schub verlieh.

Nie im Leben hätte ich gedacht, daß Jared mittlerweile 54 ist, so eine Energie strahlt er aus. Da kann sich so mancher Zwanzigjährige heute eine Scheibe von abschneiden. Im Publikum ging es derweil bei den härteren Songs dann auch ähnlich dynamisch rund, während man sich bei den chilligen Tracks und Parts dann auch ganz schnell wieder lieb hatte.

Um 23:20 Uhr gab's dann nach lautstarken Protesten noch eine ganz schnelle Zugabe, bevor Jared zum Merch hechtete und die Haus-Musik den Ton angab. Daß die beiden Hauptacts an diesem Abend zusammen 47 Jahre Bandgeschichte vorweisen konnten, war nicht zu spüren. Kein bißchen leise, kein bißchen langweilig.

Alle Photos findet ihr hier.

➡ Hed PE ➡ Crazy Town ➡ Mindcollision @ Stone im Ratinger Hof, 18.07.2018 © 2018 www.quintenquist.com - Please tag this...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Freitag, 13. Juli 2018