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Photo-Galerie: Movements, I The Mighty, Modern Error in der Rotunde, Bochum

Vergangenen Donnerstag ging's für mich bereits zur zweiten Clubshow von Movements in diesem Jahr. Nach ihrer Show im MTC in Köln konnte ich einfach nicht widerstehen - zumal sie von I The Mighty begleitet wurden, deren aktuelles Album "Where The Mind Wants To Go / Where You Let It Go" sich seit Monaten in meiner Playlist hält. Als dritte im Bunde haben sich kurzfristig Modern Error aus UK angekündigt.

Der Opener, der scheinbar aus Mitgliedern von In Archives besteht kann bisher die zwei 2-Track EPs "Buried And Blue" und "Blackout Poetry" vorweisen. Und sie standen auf der Härteskala mit ihrem Melodic Hardcore an der Grenze zum Post-HC ganz oben an diesem Abend - auch wenn ihnen noch ein Bassist zu fehlen scheint (oder jener nicht mit auf die Tour fahren konnte). Das Quartett aus Peterborough gab mächtig Gas, überzeugte voll und ganz und ließ einige erstaunte Gesichter zurück. Und ich hoffe, sie haben noch eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden für sich und die zwei Crewmitglieder.

I The Mighty, die für Movements alte Freunde sind und diese damals auf ihre erste US-Tour mitnahmen waren als nächste an Reihe. Songs aus drei Alben spielten Brent Walsh und Co. - und auch wenn es ungefähr so sinnlos ist, wie sich beim DJ einen Song zu wünsche, so fehlten mir auf der Setlist "The Frame III: Sirocco", "Sleepwalker" und "Where The Mind Wants To Go". Das Publikum schien es nicht zu stören, da sich die ersten Crowdsurfer im flach gebauten Club auf den Weg machten. Die Band zeigte sich positiv überrascht über das gute Feedback seitens der Gäste und es bleibt zu hoffen, daß sie sich in naher Zukunft nochmal nach Deutschland verirren.

Movements, einst auch über das Artist Hub Dreambound bei Youtube einem breiteren Publikum bekannt geworden und anschließend einen Deal mit Fearless Records ergattert beschlossen den Abend. Wie genau Patrick Miranda und Co. es schaffen, daß sie trotz der Viererbesetzung so gewaltig klingen bleibt mir ein Rätsel. Ihre Mischung aus Post-HC und Spoken Word-Fragmenten, die natürlicher als Being As An Oceans Joel klingen und weniger gehetzt als La Disputes Jordan begeistert mich immer wieder. Mirandas Zurückhaltung ist irgendwie sympathisch, so klammerte er sich energisch an den Mikroständer während der gesangsfreien Parts, hielt aber im letzten Moment dann immer inne, wenn man erwartete, daß er diesen zu Boden werfen könnte und kehrte in seine Aura zurück - um es einfach irgendwie beschreiben zu können. Gitarrist Ira George nutzte mit versteinerter Miene den ihm zur Verfügung stehenden Raum hingegen gänzlich aus. Und das taten auch die Crowdsurfer im Publikum, die einfach eine neue Etage im Raum eröffneten.

Die Setlist bestand - natürlich - zum größten Teil aus Songs des grandiosen Debüts "Feel Something". Einzig "Protection", die Nummer, mit der sie einst das Label auf ihre Seite zogen fehlte, den die Band zum Glück in Köln zum besten gab (was jetzt nur ein schwacher Trost für die Gäste vergangenen Donnerstag sein mag). Die Ankündigung, daß Zugaben nicht ihr Ding seien schien für viele unverständlich, aber wie auch in Köln blieb die Band ihrem Prinzip treu. Und mal ehrlich: Wer braucht so einen Rock 'n Roll-Bullshit? Man spielt, was man hat oder kann und eine gekünstelte "Oh, da sind wir wieder"-Theatervorführung ändert nichts zum Positiven bei einem eh schon phantastischen Konzert.

Alle Photos findet ihr hier bei Facebook.

➡ Movements ➡ I the Mighty ➡ Modern Error @ ROTUNDE - Alter Katholikentagsbahnhof, 18.10.2018 © 2018...

Gepostet von Quinten Quist Konzertphotographie am Sonntag, 21. Oktober 2018