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Farewell, Chris Cornell (*20. Juli 1964 – † 17. Mai 2017)

Photo: Chris Cuffaro

Die 90er waren das Jahrzehnt des Grunge. Ich hatte lange Haare, abgeschnittene Bundeswehrhosen und Michael Jordan Basketballschuhe an und trug Pearl Jam-Shirts in XL (die mir nicht mal heute passen). Bands wie eben erwähnte Pearl Jam, Alice In Chains, Mudhoney, Mother Love Bone, Candlebox, Temple Of The Dog, Mad Season oder Nirvana waren omnipräsent und prägten eine Generation. Zu ihnen gehörten auch Soundgarden, die Band um den charismatischen Sänger Chris Cornell. Verglichen mit  manch anderer Seattle-Band hatte Cornell eine ungewöhnliche Stimme, die vier Oktaven umfasste und die gerade deshalb so faszinierend war. Eine Rockband mit einem derartigen Organ...herausragend.

1995 - ich war gerade 15 Jahre alt - sah ich die Band das erste Mal live in Oberhausen auf der "Into The Superunknown"-Tour mit Kyuss, Pennywise, Blind Melon, Reef und Sponge als Vorbands. Was für ein Erlebnis. Stone Gossard am Bass verprügelte sogar noch einen "Fan", der ihn angespuckt hatte. Blind Melon waren kurz danach Geschichte, da der Sänger an einer Überdosis verstarb. Und die Hoffnung wuchs, daß die Musikszene aufwacht und sich die Großen wie auch Layne Staley von Alice In Chains fangen würden und nach dem Tod von Andy Wood 1990 (Mother Love Bone), für den Temple Of The Dog ins Leben gerufen wurde den Drogen entsagen. Staley verlor den Kampf und folgte dann in 2002, ebenfalls verstorben an einer Überdosis Heroin. Chris Cornell hingegen schaffte den Absprung und machte eine Therapie, wurde clean.

Und auch wenn sich Soundgarden 1997 auflösten, war er immer da. Sein erstes Solo-Album "Euphoria Morning" lief bei mir rauf und runter, Jahr ein, Jahr aus. Wem seine Stimme oder sein Auftreten - auch nach dem "Great Expectations"-Soundtrack mit dem unerreichten "Sunshower" oder dem Zusammenschluss mit den Rage Against The Machine-Musikern unter dem Namen Audioslave 2001-2007 (vormals als Civilian ins Leben gerufen) - bis dahin aus unerfindlichen Gründen verborgen geblieben waren, der lernte ihn spätestens mit dem James Bond-Titelsong "You Know My Name" für "Casino Royale" kennen.

Bei Rock Am Ring 2009 sah ich ihn nochmal live, solo. Und auch wenn die Show nicht so mitreißend war wie erhofft - vielleicht lag es an der Tageszeit - so war ich froh, daß ich diesen Moment miterleben durfte.

Just erschienen Jubiläumsausgaben der Alben "Ultramega O.K." und "Badmotorfinger". Seine neue Single "The Promise" für den gleichnamigen Film mit Christian Bale erschien Mitte März. Und das soll nun auch das Vermächtnis eines des großartigsten und prägendsten Künstlers der modernen Rockmusik sein. Am 17. Mai verstarb der Musiker aus bislang ungeklärter Ursache, unerwartet und überraschend - im Alter von nur 52 Jahren. Farewell, Chris Cornell. Thank you for the music <3!

Nachtrag am 19. Mai 2017: Cornell nahm sich selbst das Leben und hinterlässt eine Ehefrau sowie drei Kinder. Wir wissen nicht, was in ihm in diesem Moment vorgegangen ist. Dennoch: Achtet auf eure Mitmenschen. Und unterstützt Innitativen, die sich dem Thema Depressionen widmen, z. B. die Robert Enke Stiftung.

2 Gedanken zu „Farewell, Chris Cornell (*20. Juli 1964 – † 17. Mai 2017)

  1. Christian

    Die 90er bleiben,
    Dies Gefühl darum hat Generationen gewrungen
    Durch einen Tunnel das Herz im rasenden Blutrausch
    Es muss und geht doch weiter, nur haben wir verloren eine Welt und schreien,
    Bin ich denn allein in dieser Misere gefangen und versteht keiner den Verlust,
    Generation X oder wie du es nennen magst,
    wie es ist klar zu sehen und einfach weiter zu machen, abhängig wie an der Nadel und fern der Erde am Beton getragen,
    Wir sind es, Wir haben es getan, macht doch endlich schluss, ich gebe mich hin und ihr müsst ohne mich weiter fahren.

  2. Christian

    Die 90er bleiben,
    Dies Gefühl darum hat Generationen gewrungen
    Durch einen Tunnel das Herz im rasenden Blutrausch
    Es muss und geht doch weiter, nur haben wir verloren eine Welt und schreien,
    Bin ich denn allein in dieser Misere gefangen und versteht keiner den Verlust,
    Generation X oder wie du es nennen magst,
    wie es ist klar zu sehen und einfach weiter zu machen, abhängig wie an der Nadel und fern der Erde am Beton getragen,
    Wir sind es, Wir haben es getan, macht doch endlich schluss, ich gebe mich hin und ihr müsst ohne mich weiter fahren.

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